{"id":5708,"date":"2024-12-17T12:11:57","date_gmt":"2024-12-17T11:11:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.usability.world\/?post_type=event_listing&#038;p=5708"},"modified":"2024-12-18T09:44:52","modified_gmt":"2024-12-18T08:44:52","slug":"jahresrueck-und-ausblick-2024-2025-2","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=jahresrueck-und-ausblick-2024-2025-2","title":{"rendered":"Jahresr\u00fcck- und Ausblick 2024\/2025"},"content":{"rendered":"\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Unternehmen im permanenten Krisenmodus<\/strong><\/h3>\n<p>Die Unternehmen standen ein weiteres Jahr unter Dauerstress. Zu hohe Energiepreise, Unternehmenssteuern und Abgaben, \u00fcberbordende B\u00fcrokratie, z\u00e4he Genehmigungsverfahren und im internationalen Vergleich zu hohe Lohnkosten. Und so kann es nicht \u00fcberraschen, dass der aktuelle Stellenradar einen immer gr\u00f6\u00dfer werdenden \u00dcberhang der Abbaupl\u00e4ne \u00fcber die offenen Stellen zeigt. Die dargestellten Probleme sind vielseitig und allen bekannt, teilweise mittlerweile sogar existenziell und dazu auch noch gleichzeitig. Hinzu kommt, dass die geopolitische Realit\u00e4t in ganz neue Richtungen weist: Entkopplung statt Globalisierung verbunden mit einer erbitterten Konkurrenz um Einfluss und Wertsch\u00f6pfung, weg von einem Freihandel hin zu immer mehr Protektionismus. Gepr\u00e4gt ist diese neue geopolitische Wirklichkeit von einer Systemkonfrontation zwischen autorit\u00e4ren Regimen und Demokratien. Umso wichtiger wird es deshalb sein, dass das EU-Handelsabkommen mit den s\u00fcdamerikanischen Mercosur\u2013Staaten schnellstm\u00f6glich finalisiert wird und seine Zustimmung im EU-Rat, dem Europaparlament und der nationalen Parlamente der EU-Mitgliedsstaaten findet. Denn vor allem unsere Industrie d\u00fcrfte von gro\u00dfen Wachstumsimpulsen profitieren. Unabh\u00e4ngig hiervon w\u00e4re das gr\u00f6\u00dfte Freihandelsabkommen der Welt auch geopolitisch die richtige Antwort auf einen Zollkrieg zwischen USA und China und schlie\u00dflich w\u00fcrde die Idee, dass Wohlstand immer dann entsteht, wenn L\u00e4nder das produzieren und exportieren, was sie am besten k\u00f6nnen, noch einmal einen ganz neuen Schub erhalten.<\/p>\n<p>Unsere Wirtschaft befindet sich mittlerweile seit 2018 im Sinkflug. Inzwischen z\u00e4hlt Deutschland gemeinsam mit Finnland, Belgien und \u00d6sterreich leider zu den Schlusslichtern in Europa. Und nach dem Konjunkturausblick der OECD-Experten wird Deutschland weiterhin hinterherhinken und im kommenden Jahr das Schlusslicht unter den Industriel\u00e4ndern sein. So wird nach der IW-Konjunkturprognose die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr nur um mickrige 0,1 % wachsen \u2013 und das nach zwei Jahren Rezession.<\/p>\n<p>Fakt ist, dass die Ampel nicht nur keine Kraft, sondern letztlich auch nicht den Willen f\u00fcr eine Wirtschaftswende hatte. Stattdessen versuchte der Kanzler immer wieder mit seinem Sirenengesang die Wirtschaft und die Bev\u00f6lkerung zu bet\u00f6ren. \u201eDie Klage ist das Lied des Kaufmanns\u201c, kein anderer hat diesen Satz so sehr verbreitet wie der aktuelle (Noch-) Kanzler. Hinzu kommt, dass die staatliche Finanzierung der Transformation mittlerweile v\u00f6llig in Tr\u00fcmmern liegt. Und so versinkt das Land immer mehr in Lethargie und Depressionen.<\/p>\n<p>Die Wirtschaft wartet jedenfalls weiter sehns\u00fcchtig auf Signale des Aufbruchs und auf entschlossene Reformen f\u00fcr mehr Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Denn Fakt ist und bleibt: Die Unternehmen haben nur dann eine Zukunft in Deutschland, wenn sie erwarten k\u00f6nnen, dass sie k\u00fcnftig auch unter wettbewerbsf\u00e4higen Rahmenbedingungen produzieren und auch nachhaltig Ertr\u00e4ge erwirtschaften k\u00f6nnen. Derzeit aber liegen die Margen und Kapitalrenditen der DAX-Unternehmen erheblich unter den Niveaus der gro\u00dfen internationalen Unternehmen. Es kann deshalb nicht \u00fcberraschen, dass die DAX-Unternehmen nur noch 18 % ihres Umsatzes in Deutschland erwirtschaften. Wir m\u00fcssen also aufpassen, dass der Standort Deutschland nicht zum Auslaufmodell wird, die Deindustrialisierung ist jedenfalls im vollen Gange.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Keine Trendwende ohne Wirtschaftswende<\/strong><\/h3>\n<p>Alle Parteien m\u00fcssen in den vorbezeichneten Realit\u00e4ten nun endlich ankommen, Farbe bekennen und entsprechende Angebote abliefern, denn was die Unternehmen mittlerweile nicht mehr haben, ist Zeit.\u00a0 Was wir jetzt brauchen, sind keine weiteren Subventionsfeuerwerke, sondern mutige Strukturreformen f\u00fcr international wettbewerbsf\u00e4hige Rahmenbedingungen, die niedrigere Energiepreise, Steuern und Abgaben, B\u00fcrokratieabbau, eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und Anreize f\u00fcr eine Steigerung von privaten Investitionen beinhalten. Auch wenn der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz klarstellt, vor der Neuwahl werde es keine Wirtschaftswende mehr geben, sollte er dringend beim Thema Senkung der Nutzentgelte noch einmal pr\u00fcfen, ob sich CDU, SPD und Gr\u00fcne nicht doch noch die Hand reichen. Denn die massiv angestiegenen Nutzungsentgelte belasten die Unternehmen aufs \u00c4u\u00dferste. Deshalb haben die Unternehmen nicht noch ein halbes oder dreiviertel Jahr Zeit, bis eine neu gew\u00e4hlte Regierung die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen hat, im Amt ist und den Haushalt auf den Weg gebracht hat. Sie brauchen also jetzt unverz\u00fcgliche Entlastung, nicht zuletzt auch deshalb, weil bei einer r\u00fcckl\u00e4ufigen Auftragslage immer h\u00e4ufiger Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse auftreten und das Eigenkapital zunehmend aufgezehrt wird; Kapital was die Unternehmen im \u00dcbrigen unbedingt f\u00fcr die Transformationsprozesse brauchen.<\/p>\n<p>Im Klartext: Mit Blick auf den dramatischen Absturz der Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standortes Deutschland haben wir im Grunde mit den Neuwahlen nur noch die eine Chance, die Richtung zu \u00e4ndern und den anhaltenden, von Verteilungsk\u00e4mpfen gepr\u00e4gten Niedergang zu stoppen. Hoffentlich hat das politische Establishment auch diese Einsichtsf\u00e4higkeit und zugleich den Umsetzungswillen zu einer zwingend notwendigen angebotsorientierten Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die Konzepte hierzu liegen seit langem in den Schubladen der Exzellenzen aus der Wirtschaftswissenschaft und den Instituten und k\u00f6nnen jederzeit von der Politik abgerufen werden. Angesichts der dramatischen Lage w\u00e4re eigentlich eine partei\u00fcbergreifende, konzertierte Aktion unter Hinzuziehung der Sozialpartner und Wirtschaftsverb\u00e4nde schon seit langer Zeit das Gebot der Stunde. Dann k\u00f6nnten n\u00e4mlich alle Beteiligten den Beweis antreten, dass sie der immer wieder postulierten politischen Verantwortung f\u00fcr den Wohlstand dieses Landes auch tats\u00e4chlich Rechnung tragen wollen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Wir brauchen sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft eine mentale Zeitenwende<\/strong><\/h3>\n<p>Fazit: Wir brauchen sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft eine mentale Zeitenwende im Sinne eines \u201eEconomy First\u201c. Mit einer stetig zunehmenden Work-Life-Balance-Mentalit\u00e4t, einem immer st\u00e4rkeren Bestreben nach weniger Arbeit mit vollem oder teilweise Lohnausgleich, einer permanenten Vollkaskoforderungsmentalit\u00e4t, nicht nur gegen\u00fcber dem Staat, sondern auch gegen\u00fcber den Unternehmen, werden wir jedenfalls weiterhin hoffnungslos abgeh\u00e4ngt bleiben. Unser Wohlstand h\u00e4ngt nun einmal entscheidend an der Leistungsbereitschaft eines jeden Einzelnen. Wir sind also alle aufgerufen, die vorbezeichnete Zeitenwende unverz\u00fcglich umzusetzen, denn \u201ewer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft bekanntlich das Leben\u201c.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen im permanenten Krisenmodus Die Unternehmen standen ein weiteres Jahr unter Dauerstress. Zu hohe Energiepreise, Unternehmenssteuern und Abgaben, \u00fcberbordende B\u00fcrokratie, z\u00e4he Genehmigungsverfahren und im internationalen Vergleich zu hohe Lohnkosten. 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