{"id":481,"date":"2018-08-20T21:02:35","date_gmt":"2018-08-20T19:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=481"},"modified":"2018-08-21T07:58:09","modified_gmt":"2018-08-21T05:58:09","slug":"tarifrunde-2018-2","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=tarifrunde-2018-2","title":{"rendered":"Tarifrunde 2018"},"content":{"rendered":"<h3>3. Tarifrunde<\/h3>\n<p class=\"bodytext\">Nach den massiven Warnstreikaktionen der letzten Woche, die zu nicht vertretbaren Produktionsausf\u00e4llen bei einigen unserer Mitgliedsfirmen f\u00fchrten und in keinster Weise zu einer L\u00f6sung dieser komplexen Tarifrunde beitrugen, gilt es nunmehr umso mehr, mit Hochdruck L\u00f6sungsmodelle zu erarbeiten, die den betrieblichen Realit\u00e4ten Rechnung tragen, rechtssicher und praktikabel f\u00fcr beide Seiten in der Umsetzung sind und bei den Unternehmen sowohl beim Geld als auch bei der Gestaltung k\u00fcnftiger Arbeitszeitregime nicht zu einer \u00dcberforderung der Arbeitgeber f\u00fchren. Ein absolutes No-Go ist und bleibt, dass Regelungen in einem Tarifvertrag abgeschlossen werden, die gegen das Gesetz versto\u00dfen und unsere Betriebe einem Klagerisiko aussetzen. So w\u00fcrde die geltend gemachte Forderung der IG Metall auf Arbeitszeitreduzierung mit teilweisem Entgeltausgleich bedeuten, dass eine bisherige Teilzeitkraft schlechter bezahlt wird als ein Mitarbeiter, der wegen eines Pflegefalls in Zeilzeit geht; dies ist diskriminierend und damit rechtlich nicht zul\u00e4ssig. Unanh\u00e4ngig hiervon enth\u00e4lt die Forderung der IG Metall auch einen ordnungspolitischen Fehler, weil es nicht Aufgabe der Tarifvertragsparteien ist, Sozialpolitik zu betreiben. So k\u00f6nnen Arbeitgeber nicht f\u00fcr die all die Herausforderungen zur Kasse gebeten werden, die ausschlie\u00dflich staatliche Aufgaben sind. Heute sollen es Ausgleichanspr\u00fcche f\u00fcr die Pflege sein, morgen sind es dann Zahlungen bei der Rente, \u00fcbermorgen die \u00dcbernahme der Kita-Kosten etc.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wenn die IG Metall meint, dass das Arbeitgeberangebot mit einer Tabellenerh\u00f6hung von 2 % inakzeptabel sei, dann sei sie daran erinnert, dass nur das Produktivit\u00e4tswachstum den Verteilungsspielraum bestimmen kann und da liegt das Arbeitgeberangebot schon jetzt oberhalb der f\u00fcr 2018 erwarteten Marke.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Und bei der Arbeitszeit zeigt uns ein Blick \u00fcber den tarifpolitischen Tellerrand, dass die tariflichen Arbeitszeiten in der M+E-Industrie schon heute in einem internationalen Rekordtief liegen. Mit durchschnittlich 35,4 Wochenstunden arbeiten die Besch\u00e4ftigten k\u00fcrzer als ihre Kollegen in allen wichtigen europ\u00e4ischen Wettbewerbern wie Frankreich (35,8 Stundenwochen), Gro\u00dfbritannien (37 Wochenstunden) oder Spanien (38,4 Wochenstunden).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dar\u00fcber hinaus lehrt uns alle die Globalisierung, dass bei der k\u00fcnftigen Gestaltung der betrieblichen Arbeitszeitregime ber\u00fccksichtigt werden muss, dass in dsa Weltgeschehen ein &#8222;neuer Liberalismus&#8220; eingezogen ist im Sinne von &#8222;alle k\u00f6nnen alles, zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort&#8220;. Den Takt geben dabei ausschlie\u00dflich die Kunden vor. Sie erwarten vom Unternehmen, dass sie global und rund um die Uhr f\u00fcr sie da sind und immer schneller auf individuelle W\u00fcnsche reagieren. Wenn die IG Metall meint, dass ginge auch und in erster Linie mit Arbeitszeitverk\u00fcrzung, kann dem nur entgegnet werden: genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb muss es in dieser Tarifrunde auch um bedarfsorientierte Anpassungen der Arbeitszeit nach oben gehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das muss ja nicht unbedingt hei\u00dfen, dass man die gesamten Arbeitszeitregelungen in den Tarifvertr\u00e4gen umkrempeln muss, es geht vielmehr um die Frage der richtigen Balance zwischen Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t der Arbeitnehmer einerseits und der betrieblichen Interessen andererseits.Und da m\u00fcssen die betrieblichen Interessen beim Abw\u00e4gungsprozess im Konfliktfall schon deshalb Vorfahrt haben, weil die Unternehmen ansonsten gegen\u00fcber den Kunden keine Gew\u00e4hrtr\u00e4gerhaftung mehr f\u00fcr eine zeitnahe Vertragserf\u00fcllung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Am Anfang der Nahrungskette &#8211; im \u00dcbrigen sowohl f\u00fcr den Unternehmer als auch f\u00fcr den Arbeitnehmer &#8211; steht also immer die Frage, wie komme ich den W\u00fcnschen des Kunden nach und wie viel unternehmerische Freiheit wollen die Arbeitnehmer dem Unternehmer bei der Umsetzung der gegen\u00fcber dem Kunden bestehenden Einstandspflichten noch zugestehen. Bei allem wohlverstandenen gesellschaftspolitischen Mainstream nach einer unkonditionierten Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t eines jeden Arbeitnehmers, darf nicht in Vergessenheit geraten, dass dem Unternehmer eine innerbetriebliche Organisationsfreiheit bleiben muss. Das mag f\u00fcr den einen oder anderen vorsinnflutig klingen, ist nun aber einmal die betriebliche Realit\u00e4t f\u00fcrs \u00dcberleben des Unternehmens. Wenn die IG Metall hier eine Neujustierung w\u00fcnscht, dann bleibt ihr das nat\u00fcrlich v\u00f6llig unbenommen. Sie darf sich dann aber nicht wundern, wenn unter diesen Rahmenbedingungen Unternehmer nicht mehr bereit sind, alle daraus entstehenden Risiken einseitig zu ihren Lasten zu \u00fcbernehmen. In dieser Tarifrunde geht es deshalb &#8211; ohne jede \u00dcbertreibung &#8211; \u00fcber die grunds\u00e4tzliche Frage eines k\u00fcnftigen ordnungspolitischen Leitbildes bei der Gestaltung der Arbeitszeitregime, und da ist nicht nur der Nerv der Arbeitnehmer, sondern auch der Arbeitgeber getroffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. 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