{"id":480,"date":"2018-08-20T21:01:22","date_gmt":"2018-08-20T19:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=480"},"modified":"2018-08-21T07:57:52","modified_gmt":"2018-08-21T05:57:52","slug":"tarifrunde-2018","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=tarifrunde-2018","title":{"rendered":"Tarifrunde 2018"},"content":{"rendered":"<h3>Unverst\u00e4ndnis der Mitgliedsunternehmen \u00fcber Warnstreikaktionen<\/h3>\n<p class=\"bodytext\">Auf v\u00f6lliges Unverst\u00e4ndnis sto\u00dfen die Warnstreikaktionen der IG Metall bei einigen der Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. in einem so fr\u00fchen Stadium der diesj\u00e4hrigen Tarifrunde. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes erinnert daran, dass die Arbeitgeber noch in der Friedenspflicht ein Angebot vorgelegt haben, dass eine Tabellenerh\u00f6hung von 2 % ab 01.04.2018 f\u00fcr weitere 12 Monate sowie eine Einmalzahlung in H\u00f6he von 200,00 \u20ac f\u00fcr die Monate Januar bis M\u00e4rz 2018 vorsieht. Die Besch\u00e4ftigten erhalten damit im Kalenderjahr 2018 insgesamt 2,35 % mehr Entgelt. Die IG Metall sei daran erinnert, dass auch bei guter Konjunktur immer nur das Produktivit\u00e4tswachstum den Verteilungsspielraum bestimmen kann und da liegt das Arbeitgeberangebot schon jetzt oberhalb der f\u00fcr 2018 erwarteten Marke. Die IG Metall darf bei Lohnsteigerungen von 20 % allein aus den letzten f\u00fcnf Jahren die Grenzen des Machbaren also nicht \u00fcberschreiten, sonst wird eine Gegenreaktion der Unternehmer in Form von Verlagerung der Arbeit ins preiswertere Ausland die unweigerliche Folge sein. Und die Unternehmer, die eine Verlagerung nicht vornehmen k\u00f6nnen, werden gen\u00f6tigt sein, die Tarifbindung zu verlassen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei den fr\u00fchen Streikaktionen k\u00f6nnen unsere Mitgliedsfirmen sich leider nicht des Eindrucks erwehren, dass die IG Metall in dieser Tarifrunde mit dem Kopf durch die Wand und den Druck vor die Verhandlungen setzen will. Immer nur rote Linien definieren, zu bevormunden und sofort mit dem Dampfhammer in Form von Streiks zu kommen, ist aber nicht die Streitkultur, die sich unsere Mitglieder vorstellen geschweige denn tolerieren k\u00f6nnen und auch nicht mehr wollen; erst recht nicht, wenn die Materie so komplex ist, wie in dieser Tarifrunde. Dies gilt umso mehr, weil die geltend gemachte Forderung auf Arbeitszeitreduzierung mit teilweise Entgeltausgleich diskriminierend und damit rechtlich nicht zul\u00e4ssig ist. Denn eine Umsetzung der Forderung w\u00fcrde bedeuten, dass eine bisherige Teilzeitkraft schlechter bezahlt wird als ein Mitarbeiter, der wegen eines Pflegefalls in Teilzeit geht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">V\u00f6llig unabh\u00e4ngig hiervon lehrt uns alle die Globalisierung, dass bei der k\u00fcnftigen Gestaltung der betrieblichen Arbeitszeitregime ber\u00fccksichtigt werden muss, dass in das Weltgeschehen ein &#8222;neuer Liberalismus&#8220; eingezogen ist im Sinne von &#8222;alle k\u00f6nnen alles, zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort&#8220;. Den Takt geben dabei ausschlie\u00dflich die Kundne vor. Sie erwarten vom Unternehmen, dass sie global und rund um die Uhr f\u00fcr sie da sind und immer schneller auf individuelle W\u00fcnsche reagieren. Wenn die IG Metall meint, dass ginge auch und in erster Linie mit Arbeitszeitverk\u00fcrzung, kann dem nur entgegnet werden: genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb muss es in dieser Tarifrunde auch um bedarfsorientierte Anpassungen der Arbeitszeit nach oben gehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das muss ja nicht unbedingt hei\u00dfen, dass man die gesamten Arbeitszeitregelungen in den Tarifvertr\u00e4gen umkrempeln muss, es geht vielmehr um die Frage der richtigen Balance zwischen Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t der Arbeitnehmer einerseits und der betrieblichen Interessen andererseits. Und da m\u00fcssen die betrieblichen Interessen beim Abw\u00e4gungsprozess im Konfliktfall schon deshalb Vorfahrt haben, weil die Unternehmen ansosnten gegen\u00fcber den Kunden keine Gew\u00e4hrtr\u00e4gerhaftung mehr f\u00fcr eine zeitnahe Vertragserf\u00fcllung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Am Anfang der Nahrungskette &#8211; im \u00dcbrigen sowohl f\u00fcr den Unternehmer als auch f\u00fcr den Arbeitnehmer &#8211; steht also immer die Frage, wie komme ich\u00a0 den W\u00fcnschen des Kunden nach und wie viel unternehmerische Freiheit wollen die Arbeitnehmer dem Unternehmer bei der Umsetzung der gegen\u00fcber dem Kunden bestehenden Einstandspflichten noch zugestehen. Bei allem wohlverstandenen gesellschaftspolitischen Mainstream nach einer unkonditionierten Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t eines jeden Arbeitnehmers, darf nicht in Vergessenheit geraten, dass dem Unternehmer eine innerbetriebliche Organisationsfreiheit bleiben muss. Das mag f\u00fcr den einen oder anderen vorsinnflutartig klingen, ist nun aber einmal die betriebliche Realit\u00e4t f\u00fcrs \u00dcberleben des Unternehmens. Wenn die IG Metall hier eine Neujustierung w\u00fcnscht, dann bleibt ihr das nat\u00fcrlich v\u00f6llig unbenommen. Sie darf sich dann aber nicht wundern, wenn unter diesen Rahmenbedingungen Unternehmer nicht mehr bereit sind, alle daraus entstehenden Risiken einseitig zu ihren Lasten zu \u00fcbernehmen. In dieser Tarifrunde geht es deshalb &#8211; ohne jede \u00dcbertreibung &#8211; \u00fcber die grunds\u00e4tzliche Frage eines k\u00fcnftigen ordnungspolitischen Leitbilds bei der Gestaltung der Arbeitszeitregime, und da ist nicht nur der Nerv der Arbeitnehmer, sondern auch der Arbeitgeber getroffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unverst\u00e4ndnis der Mitgliedsunternehmen \u00fcber Warnstreikaktionen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-480","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}