{"id":479,"date":"2018-08-20T20:59:49","date_gmt":"2018-08-20T18:59:49","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=479"},"modified":"2018-08-21T07:57:36","modified_gmt":"2018-08-21T05:57:36","slug":"jahresrueck-und-ausblick-2017-2018","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=jahresrueck-und-ausblick-2017-2018","title":{"rendered":"Jahresr\u00fcck- und Ausblick 2017\/2018"},"content":{"rendered":"<h3>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2017 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr<\/h3>\n<h2>R\u00dcCKBLICK 2017<\/h2>\n<p class=\"bodytext\"><b>Aufschwung hat nochmals an St\u00e4rke und Breite gewonnen<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Die Unternehmer waren nicht wegen, sondern trotz der Rahmenbedingungen erfolgreich, weil sie ihre Hausaufgaben gemacht haben.<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine positive Bilanz zieht der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Unternehmerverb\u00e4nde Rhein-Wupper f\u00fcr die rund 200 Mitgliedsunternehmen: &#8222;Die Wirtschaft befindet sich nunmehr im achten Jahr im Aufschwung. Der Aufschwung hat dabei im auslaufenden Jahr sogar nochmals an St\u00e4rke und Breite gewonnen. Neben den Kosumausgaben tragen insbesondere ein Exportrekordjahr und die Investitionen zu Expansionen bei&#8220;, so das Fazit von Tressin. &#8222;Angesichts der guten Konjunktur und damit korrespondierender nie dagewesener Steuereinnahmen f\u00e4llt es der Politik jedoch immer schwerer, Augenma\u00df zu behalten. Sie hat offensichtlich komplett auf &#8222;Sorglos-Modus&#8220; gestellt. Es ist eine Selbstgef\u00e4lligkeit eingetreten &#8211; ohne jede Selbstbeschr\u00e4nkung. Die teureren Reformen, die immer weiter steigenden Energiekosten, Mehrkosten durch zus\u00e4tzliche B\u00fcrokratie und Auflagen sowie die &#8222;Rolle r\u00fcckw\u00e4rts&#8220; beim flexiblen Arbeitsmarkt, drohen zum K.O.-Kriterium f\u00fcr den Standort Deutschland zu werden. Es kann deshalb nicht \u00fcberraschen, dass wir einen der unflexibelsten Arbeitsm\u00e4rkte der Welt haben und wir im letzten Jahr bei den Arbeitskosten im internationalen Vergleich noch einmal deutlich an Terrain verloren haben. So teuer wie bei uns ist Arbeit mittlerweile in keinem anderem gro\u00dfen Industrieland&#8220;. Tressins abschlie\u00dfende Bewertung: &#8222;Die Unternehmer waren nicht wegen, sondern trotz der Rahmenbedingungen erfolgreich, weil sie ihre Hausaufgaben gemacht haben&#8220;.<\/p>\n<h2>AUSBLICK 2018<\/h2>\n<ul>\n<li><b>Wirtschaft auch 2018 unter Volldampf (Gefahr der \u00dcberhitzung)<\/b><\/li>\n<li><b>Unternehmer fordern klaren Politik- bzw. Kurswechsel:<\/b>\n<ul>\n<li><b>St\u00e4rkung der Wettbewerbs- und Zukunftf\u00e4higkeit der heimischen Wirtschaft<\/b><\/li>\n<li><b>Belastungs-Moratorium bei den Kosten<\/b><\/li>\n<li><b>Wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten<\/b><\/li>\n<li><b>Stabile Lohnnebenkosten<\/b><\/li>\n<li><b>B\u00fcrgerversicherung der falsche Weg<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Mehr Netto vom Brutto<\/b><\/li>\n<li><b>Aktuelle Tarifrunde in der M+E-Industrie: Es geht nicht um &#8222;wenn nicht jetzt wann dann&#8220; sondern vorrangig um &#8222;Zukunft statt teuer&#8220;<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Auch f\u00fcr das kommende Jahr sieht Tressin ein robustes Wachtstum und beruft sich dabei auf die Prognosen der f\u00fchrenden Forschungsinstitute, die eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 2,2 % bis 2,5 % voraussagen. &#8222;Die Wirtschaft steht also blendend da und wird weiterhin unter Volldampf fahren&#8220;, so Tressin. &#8222;Das Wachtstum wird aller Voraussicht nach sogar h\u00f6her sein, als das Potentialwachstum von 1,4 %. Die deutsche Wirtschaft befindet sich also in einer \u00dcberauslastung. Es besteht damit die Gefahr der \u00dcberhitzung. Dieser Befund wird m\u00f6glicherweise auch Implikationen f\u00fcr die langfristigeren Aussichten haben&#8220;, so die Einsch\u00e4tzung von Tressin. &#8222;Einerseits d\u00fcrfte die hohe Auslastung bei gleichzeitig positiver Auftragslage dazu f\u00fchren, dass kapazit\u00e4tserweiternde Investitionen zunehmen und der Aufschwung anh\u00e4lt. Andererseits d\u00fcrften die vorhandenen Kapazit\u00e4tsgrenzen und der Arbeiskr\u00e4ftemangel mit steigender \u00dcberauslastung es immer schwieriger machen, das momentane Wachstumstempo zu halten. Es stehen weniger freie Ressourcen zur Verf\u00fcgung, die schnell aktiviert werden k\u00f6nnen. Verz\u00f6gerungen zwischen Auftragseingang und Auftragsausf\u00fchrung w\u00e4ren die Folge.&#8220;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Und bei einem insgesamt synchron verlaufenden globalen Wirtschaftsboom besteht leider immer auch die Gefahr, sich ausschlie\u00dflich von einer Sorglosigkeit treiben zu lassen. Das aber w\u00e4re fatal: Denn bei den Arbeitskosten wird der Wettbewerbsdruck durch die preiswertere Konkurrenz in Asien und vor allem auch bei den neuen Mitbewerbern aus dem osteurop\u00e4ischen Raum, jeden Tag gr\u00f6\u00dfer. Die Unternehmen brauchen deshalb bei den Kosten zumindest ein Belastungs- Moratorium; ansonsten werden die Unternehmen unweigerlich die dringend notwendigen Zukunftsinvestitionen ausschlie\u00dflich im preiswerteren Ausland t\u00e4tigen. Die Unternehmen fordern deshalb einen klaren Politik- bzw. Kurswechsel und zwar nicht nur von einer neuen Bundesregierung, sondern auch von der Tarifpolitik. Hier sind also alle in der Bringschuld und m\u00fcssen nun endlich liefern&#8220;, so Tressin. Tressin h\u00e4lt es hier mit dem Sachverst\u00e4ndigenrat, der ebenso anmahnt, die gute konjunkturelle Lage zu nutzen, um die Wettbewerbs- und Zukunftsf\u00e4higkeit der deutschen Wirtschaft zu st\u00e4rken. Und dazu geh\u00f6ren vor allem international wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten, stabile Lohnnebenkosten, die die Marke\u00a0 von 40 % auf keinen Fall \u00fcberschreiten d\u00fcrfen. Einsparvolumina zur Senkung der Sozialabgaben sieht Tressin aktuell jedenfalls bei der Arbeitslosenversicherung. Die insbesondere von der SPD j\u00fcngst geforderte B\u00fcrgerversicherung im Gesundheitswesen ist strikt abzulehnen. Es bedarf nicht weniger, sondern mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung, dier die Kosten d\u00e4mpft. Eine Einheitskasse w\u00e4re deshalb der falsche Weg; zudem w\u00e4re er ein Etikettenschwindel, denn die B\u00fcrgerversicherung w\u00fcrde f\u00fcr die Patienten schlechtere medizinische Versorung und h\u00f6here Kosten bedeuten. Ein Systemwechsel zu einer Einheitskasse h\u00e4tte somit nicht nur gravierende Folgen f\u00fcr das Niveau der Gesundheitsversorgung, sondern w\u00fcrde f\u00fcr Arbeitgeber, Arbeitnehmer, das Gesundheitssystem und die gesamte Wirtschaft zus\u00e4tzliche Belastungen in Milliardenh\u00f6he bedeuten. Zudem muss die Forderung nach einer parit\u00e4tischen Gesundheitsfinanzierung immer auch unter Einbeziehung der Lohnfortzahlung im Krankgheitsfall betrachtet werden. Und f\u00fcr die Lohnfortzahlung kommen die Arbeitgeber bekanntlich alleine auf. So hat die Lohnfortzahlung 2016 rund 50,5 Milliarden Euro gekostet, 3 1\/2-mal so viel was die Versicherten 2017 \u00fcber Zusatzbeitr\u00e4ge aufbringen w\u00fcrden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;\u00dcberf\u00e4llig aber ist, die kalte Progression bei der Steuer nun endlich abzuschaffen. Auch die B\u00fcrger erwarten ein Belastungs-Moratorium und endlich mehr Netto vom Brutto. Es kann und darf nicht weiter vorrangiges Ziel der Finanzpolitik sein, dauerhaft strukturelle \u00dcbersch\u00fcsse zu erzielen,&#8220; so Tressin. &#8222;Eine Entlastung bei den Steuern w\u00fcrde im \u00dcbrigen auch einen erheblichen Druck bei den wahrscheinlich schon im Januar 2018 in die entscheidende Phase gehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie nehmen. Und da kann es nicht ausschlie\u00dflich um &#8222;wenn nicht jetzt, wann dann&#8220;, sondern vorrangig um &#8222;Zukunft statt zu teuer&#8220; gehen. Die IG Metall darf nach fast 20 % Lohnerh\u00f6hungen allein aus den letzten f\u00fcnf Jahren nun nicht v\u00f6llig \u00fcberdrehen. 6 % mehr Lohn plus wahlweise Arbeitszeitverk\u00fcrzung mit Teillohnausgleich, da kommen schnell zweistellige Lohnerh\u00f6hungen zusammen; das aber k\u00f6nnen selbst die Klassenbesten in der M+E-Industrie nicht verkraften. Wichtig ist jetzt vor allem, die Unternehmen &#8222;wetterfest&#8220; f\u00fcr die Herausforderungen von morgen zu machen, die aus den umfangreichen Umw\u00e4lzungsprozessen der Digitalisierung entstehen. Und dies erfordert gigantische Geldbetr\u00e4ge nicht nur in Produktionsanlagen, die Forschung und Entwicklung, sondern auch und insbesondere in das Know-How der Mitarbeiter. Wie das alles im \u00dcbrigen die 25 % der Betriebe finanzieren sollen, die entweder Verluste oder gerade einmal eine schwarze Null erwirtschaftet haben, bleibt das Geheimnis der IG Metall&#8220;.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Richtig ist, das in das Weltgeschehen ein &#8222;neuer Liberalismus&#8220; eingezogen ist im Sinne von &#8222;alle k\u00f6nnen alles, zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort&#8220;. Den Takt geben dabei ausschlie\u00dflich die Kunden vor. Sie erwarten vom Unternehmen, dass sie global und rund um die Uhr f\u00fcr sie da sind und immer schneller auf individuelle W\u00fcnsche reagieren. Wenn die IG Metall meint, das ginge auch und in erster Linie mit Arbeitszeitreduzierung, kann dem nur entgegnet werden: Genau das Gegenteil ist der Fall. Was die Arbeit anbelangt, so wird der digitale Wandel vermehrt zu einer zeitlichen und auch r\u00e4umlichen Entgrenzung f\u00fchren. Das muss nicht unbedingt hei\u00dfen, dass man die gesamten Arbeitszeitregelungen in den Tarifvertr\u00e4gen umkrempeln muss. Denn zukunftsf\u00e4hige Arbeitszeitregime unter dem Gesichtspunkt &#8222;Industrie 4.0&#8243; sind letztlich nicht mehr, aber auch nicht weniger, als die konsequente Fortf\u00fchrung der Ausrichtung der Arbeitszeit an den betrieblichen Notwendigkeiten und individuellen Bed\u00fcrfnissen der Mitarbeiter. Es geht also letztlich um eine ausgewogene Balance. Konkret: Die Fortschreibung vieler kreativer und in den Betrieben bereits schon gelebter Arbeitszeitregime. Was spricht also dagegen, die Arbeitszeitregime in ihrer konkreten Ausgestaltung bedarfsorientiert in die H\u00e4nde der Betriebsparteien zu legen: Die Reise muss insgesamt zu mehr Flexibilit\u00e4t gehen, ohne dass die Produktion leidet. Betriebe und Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen damit sehr wohl auf der Gewinnerseite bleiben &#8211; wenn man sie nur l\u00e4sst&#8220;, so Tressin. &#8222;Immer nur rote Linien definieren, zu bevormunden und sofort mit dem Dampfhammer im Form von Streiks zu kommen, ist nicht die Streitkultur, die sich unsere Mitglieder vorstellen, geschweige denn tolerieren k\u00f6nnen und auch nicht mehr wollen; erst recht nicht, wenn die Materie so komplex ist, wie in dieser Tarifrunde. Wenn die IG Metall Arbeitszeiten einschr\u00e4nken und gleichzeitig unvertr\u00e4glich hohe Lohnforderungen durchsetzen will, wird das unweigerlich die bereits jetzt schon bestehende Flucht der Unternehmen aus der Tarifbindung noch mehr forcieren. Das kann aber doch nicht ernsthaft das Ziel der IG Metall sein&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2017 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-479","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=479"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}