{"id":4392,"date":"2021-12-22T14:00:07","date_gmt":"2021-12-22T13:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.usability.world\/?post_type=event_listing&#038;p=4392"},"modified":"2021-12-22T14:00:08","modified_gmt":"2021-12-22T13:00:08","slug":"jahresrueck-und-ausblick-2021-2022-2","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=jahresrueck-und-ausblick-2021-2022-2","title":{"rendered":"Jahresr\u00fcck- und Ausblick 2021\/2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2021 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr:<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckblick 2021<\/strong><\/p>\n<p>Das Corona-Virus hat uns alle nach wie vor im W\u00fcrgegriff. Zum Jahresende scheint die Weltwirtschaft sogar unter einer Art \u201eLong-Covid\u201c zu leiden. So gibt es wenig bis keine Planungssicherheit, vieles ist durcheinander geraten: Lieferketten und Lieferzeiten, Angebot und Nachfrage, es fehlen Material und Rohstoffe, die Preise steigen unaufh\u00f6rlich und immer wieder m\u00fcssen Unternehmen ganz kurzfristig neue Arbeitszeitmodelle vereinbaren, zum Teil aber auch Kurzarbeit anmelden. Einige Unternehmen in unserem Verbandsgebiet mussten bzw. m\u00fcssen dar\u00fcber hinaus auch noch die Folgen des Hochwassers im Juli bew\u00e4ltigen und sahen sich deshalb das ganze zweite Halbjahr \u00fcber einer ganz besonderen zus\u00e4tzlichen Stresssituation ausgesetzt. Die Unternehmen haben in der vorbezeichneten Gemengelage zum Teil viel Liquidit\u00e4t verloren, m\u00fcssen aber zugleich bei pl\u00f6tzlich auftretendem gr\u00f6\u00dferen Nachfragevolumen sofort entsprechend die gesamte Logistik vorfinanzieren und parallel hierzu ihr Gesch\u00e4ftsmodell auf die Digitalisierung und Dekarbonisierung ausrichten, um den neuen Nachhaltigkeitskriterien der Kreditinstitute Rechnung zu tragen. Beinah w\u00f6chentlich ging es darum, die Arbeitsorganisationen am Ma\u00dfstab der jeweiligen Hygienevorgaben aufrecht zu erhalten. Pragmatische L\u00f6sungen waren nicht nur in der Arbeitsorganisation im Unternehmen, sondern auch im Beziehungsmanagement mit den Mitarbeitern gefragt. Das ging nat\u00fcrlich alles zwangsl\u00e4ufig auch zu Lasten der Produktivit\u00e4t und damit der Arbeitskosten. Es kann nach alledem nicht \u00fcberraschen, dass sowohl die Unternehmer als auch die Mitarbeiter zum Jahresende nach zwei Jahren Krisenmanagement ganz einfach nur ersch\u00f6pft sind.<\/p>\n<p><strong>Zum Koalitionsvertrag<\/strong><\/p>\n<p>Nun steht die erste Ampel der Republik, der Kanzler wurde gew\u00e4hlt und der Koalitionsvertrag ratifiziert. Die neue Regierung will erkennbar Aufbruchstimmung entfalten und man will ihr ja auch gerne einen guten Willen f\u00fcr eine notwendige Modernisierung unterstellen. Aber gut gemeint, ist noch lange nicht gut gemacht. Mit dem Narrativ im Koalitionsvertrag \u201eMehr Fortschritt wagen \u2013 B\u00fcndnis f\u00fcr Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit\u201c kann sich sicherlich jeder identifizieren. Es fehlt zum Narrativ jedoch ein \u201eschl\u00fcssiger und valider, vor allem aber ein transparent durchfinanzierter Businessplan\u201c. Die aktuellen Pl\u00e4ne, 60 Milliarden Euro an Corona-Krediterm\u00e4chtigungen, die nicht zur Pandemiebek\u00e4mpfung eingesetzt wurden in den Klima- und Transformationsfonds zu schieben, sieht nicht nur der Pr\u00e4sident des Bundesrechnungshofs als verfassungsrechtlich problematisch an. Insgesamt bleiben im Koalitionsvertrag leider viel zu viele Ma\u00dfnahmen lediglich beschrieben, aber nicht der konkrete Weg. Der eigentliche Lackmustest bei der Ausgestaltung des neuen Gesch\u00e4ftsmodels Deutschland steht also erst noch bevor, n\u00e4mlich die Frage, welche Leitlinie bei den konkreten Umsetzungsma\u00dfnahmen in wirtschafts- und ordnungspolitischer Hinsicht Priorit\u00e4t haben soll bzw. wer in der Ampel hierf\u00fcr die Deutungshoheit f\u00fcr sich reklamieren wird. Sollte es hierzu nicht ganz schnell zu einem Grundkonsens in der Ampel kommen, ist bei den Umsetzungsma\u00dfnahmen ein gro\u00dfes Ver\u00e4nderungswirrwarr bzw. ein gegenseitiges Misstrauen vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Zu begr\u00fc\u00dfen ist, dass sich die Ampelkoalition in ihrem Koalitionsvertrag einm\u00fctig zur herausragenden Bedeutung unserer Wirtschaft und Industrie f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit unseres Landes bekannt hat. Umso wichtiger wird nun sein, dass die Koalition\u00e4re das vom k\u00fcnftigen Wirtschaftsminister Habeck ausgerufene gegenseitige Versprechen der \u201elernenden Politik\u201c auch ganz schnell einl\u00f6sen und zu der Erkenntnis kommen, dass eine wettbewerbsf\u00e4hige Wirtschaft das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts ist und ohne eine Erneuerung der wirtschaftlichen Grundlagen und ohne leistungsstarke Unternehmen weder der Klimawandel bew\u00e4ltig noch unser Sozialstaat finanziert werden kann. Denn nie war eine starke Wirtschaft wichtiger als jetzt: Die Schulden der Corona-Krise m\u00fcssen abgetragen, die Sozialsicherungssysteme nachhaltig finanziert und unser Land auf die Bew\u00e4ltigung neuer Krisen vorbereitet werden. Es m\u00fcssen daf\u00fcr im Strukturwandel neue Arbeitspl\u00e4tze geschaffen, Investitionen gestemmt und durch Innovationen Nachhaltigkeit konsequenter umgesetzt werden. Daf\u00fcr brauchen die Unternehmen Rahmenbedingungen, die nun endlich auch zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit f\u00fchren, denn auf vielen Feldern hinkt die deutsche Politik hier der Weltspitze viel zu deutlich hinterher. Das Verwalten vergangener Erfolge reicht jedenfalls schon lange nicht mehr aus. Eine Agenda 2030, wie j\u00fcngst von der BDA und dem BDI gefordert, die auf nationaler wie internationaler Ebene die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Standort, Unternehmen und Arbeitspl\u00e4tzen steigert, muss deshalb Ma\u00dfstab allen politischen Handelns sein. Die Ampel muss bei der Umsetzung ganz einfach den Mut haben, neue Freiheiten nicht nur f\u00fcr die Unternehmer, sondern auch f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten zuzulassen, ebenso wie die St\u00e4rkung der Eigeninitiative, denn das w\u00fcrde nicht nur den Betrieben im globalen Wettbewerb helfen, sondern auch den Besch\u00e4ftigten bei der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Zus\u00e4tzliche Kostenbelastungen der Unternehmer verbieten sich in dem zuvor beschriebenen Beziehungsgeflecht ganz von selbst.<\/p>\n<p><strong>Ausblick 2022<\/strong><\/p>\n<p>Die Prognosen f\u00fcr das Jahr 2022 gleichen derzeit einem Blick in die Glaskugel. Sicher f\u00fcr 2022 ist, dass gar nichts sicher ist, erst recht nicht in der Pandemie. Die Unternehmen haben ihren Optimismus und ihre Zuversicht tendenziell noch nicht verloren. So erwarten laut einer Umfrage im Sp\u00e4therbst des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fast die H\u00e4lfte der Unternehmen f\u00fcr das kommende Jahr eine h\u00f6here Produktion oder Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit, nur 15 % aller Firmen erwarten einen R\u00fcckgang. Ganz entscheidend f\u00fcr eine positive Entwicklung aber wird sein, ob das st\u00e4ndige Stop-and-Go des Wirtschaftslebens 2022 endlich ein Ende findet. Der Sachverst\u00e4ndigenrat und das IW sehen in den aktuell bestehenden Produktionsbeeintr\u00e4chtigungen in Folge gest\u00f6rter Transport- und Lieferketten und der damit einhergehenden Kostenschocks, jedenfalls erhebliche Risiken f\u00fcr die Konjunktur. Unabh\u00e4ngig hiervon wird das Wirtschaftswachstum auch 2022 immer wieder mit den jeweiligen Corona-Realit\u00e4ten konfrontiert sein. Aus den vorgenannten Gr\u00fcnden schraubten die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen f\u00fcr 2022 dann auch nach unten. So senkte das M\u00fcnchener ifo-Institut die Wachstumsprognose f\u00fcr 2022 um 1,4 % auf 3,7 %. \u00c4hnlich sieht das auch das Leibnitz-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wonach das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um 3,5 % zulegen soll. Und leider hat sich aufgrund der versch\u00e4rften Coronalage die Stimmung der Unternehmen zum Weihnachtsfest weiter verschlechtert, vor allem bei den konsumnahen Dienstleistern und dem Einzelhandel.<\/p>\n<p>In der derzeitigen unsicheren dynamischen Lage muss deshalb oberstes Ziel bleiben, einen Lockdown zu verhindern. Mehr denn je werden deshalb auch 2022 pragmatische L\u00f6sungen gefragt sein, wie wir Wirtschaft erlauben k\u00f6nnen. Dabei sollte je nach Lage nicht die h\u00e4rteste Ma\u00dfnahme entscheidend sein, sondern die sicherste. Klar muss sein, dass es zum Impfen keine Alternative gibt. Wir sind deshalb alle aufgerufen, die aktuelle Impfkampagne \u201e#ZusammenGegenCorona\u201c zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2021 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr: R\u00fcckblick 2021 Das Corona-Virus hat uns alle nach wie vor im W\u00fcrgegriff. 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