{"id":426,"date":"2018-08-20T20:26:09","date_gmt":"2018-08-20T18:26:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=426"},"modified":"2018-08-21T07:54:38","modified_gmt":"2018-08-21T05:54:38","slug":"jahresrueck-und-ausblick-2015-2016","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=jahresrueck-und-ausblick-2015-2016","title":{"rendered":"Jahresr\u00fcck- und Ausblick 2015\/2016"},"content":{"rendered":"<h3>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2015 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr.<\/h3>\n<p class=\"bodytext\"><b>R\u00fcckblick 2015<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><b>Niedrigste Arbeitslosigkeit seit \u00fcber 20 Jahren<\/b><\/li>\n<li><b>Staat schwimmt im Geld<\/b><\/li>\n<li><b>Realplus bei den Einkommen erreicht Spitzenwert<\/b><\/li>\n<li><b>Mitgliedsunternehmen gut aufgestellt<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Eine positive Bilanz zieht der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Unternehmerverb\u00e4nde Rhein-Wupper f\u00fcr die rund 200 Mitgliedsunternehmen: Der Konjunkturmotor ist auch 2015 nicht ins Stocken geraten. Die meisten Mitgliedsunternehmen sind zum Jahresende gut aufgestellt, sie verzeichneten in 2015 eine konstant hohe Auslastung und auch zum Jahresende sind die Auftragsb\u00fccher trotz Abschw\u00e4chung im Dezember noch gut gef\u00fcllt. Es wurden Investitionen vorgenommen und Besch\u00e4ftigung aufgebaut. Der Anstieg der Entgelte hat sich weiter beschleunigt. So sahen die Mehrzahl der Abschl\u00fcsse von 2015 Erh\u00f6hungen von 3 % vor, und dies bei einer Inflationsrate, die bei 0 % lag &#8211; also ein sattes Realplus, was den Inlandskonsum ankurbelte. Weil es in der Wirtschaft insgesamt rund lief, konnten die Finanzminister und die meisten K\u00e4mmerer ihr Gl\u00fcck kaum fassen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>&#8211; Trugbild &#8222;Sonderfaktoren<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei aller Euphorie darf eines nicht vergessen werden: Der momentane Erfolg der Wirtschaft ist weniger Ausdruck allein volkswirtschaftlicher St\u00e4rke, als vielmehr auch und insbesondere Resultat gl\u00fccklicher Umst\u00e4nde, die letztlich nur sehr wenig bis gar nicht beeinflusst werden k\u00f6nnen, n\u00e4mlich: Niedriger \u00d6lpreis, niedrige Zinsen und g\u00fcnstiger Wechselkurs. Nimmt man hinzu, dass viele unserer Mitgliedsunternehmen im industriellen Bereich ihre Renditen nicht allein mit ihren qualitativ hochwertigen Produkten, sondern vielfach zu einem gro\u00dfen Teil dadurch erzielten, weil sie zum richtigen (oftmals gl\u00fccklichen) Zeitpunkt Rohstoffe und Energie einkauften, relativieren sich viele der sich derzeit abzeichnenden positiven Jahresabschl\u00fcsse. Manchmal darf man sich nicht die Frage stellen, wie das Ergebnis ausgefallen w\u00e4re, wenn die vorbezeichneten &#8222;sonderfaktoren&#8220; nicht gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>&#8211; Verhaltender Optimismus f\u00fcr 2016<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">2016 sieht Tressin verhalten optimistisch. So w\u00e4chst der Welthandel nur schwach, viele Schwellenl\u00e4nder suchen nach einem neuen wirtschaftspolitischen Kurs und die \u00f6konomischen Folgen der Fl\u00fcchtlingszuwanderng sind derzeit \u00fcberhaupt nicht abzusch\u00e4tzen. Vor diesem unsicheren Hintergrund haben die vom Institut der deutschen Wirtschaft befragten Unternehmen ihre Erwartungen auch zur\u00fcckgeschraubt. Die aktuelle IW-Konjunkturprognose verhei\u00dft deshalb f\u00fcr 2016 nur ein moderates Wachstum von 1,5 %.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>&#8211; Preis- und Magendruck wird immer brutaler<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Unsere Unternehmen zahlen Weltklassel\u00f6hne, wobei sich der Anstieg der Entgelte seit der Wirtschafts- und Finanzkrise noch einmal beschleunigt hat. So sind die Entgelte von 2008 bis 2015 je Stunde um fast 17 % und die Effektiventgelte um nahezu 21 % gestiegen &#8211; w\u00e4hrend das Produktivit\u00e4tsplus gerade einmal mehr als 4 % betr\u00e4gt. Dar\u00fcber hinaus tragen die Unternehmen die h\u00f6chsten Sozialabgaben, m\u00fcssen die k\u00fcrzesten Arbeitszeiten verkraften und werden mit den h\u00f6chsten Umweltstandards und dadurch entstehenden Kosten belastet. Fpr die heimischen Unternehmen wird es bei den in vielen Branchen bestehenden \u00dcberkapazit\u00e4ten uns einem zunehmenden brutalen Preis- und Magendruck damit immer schwieriger, diese Kosten am Weltmartk zu verdeinen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>&#8211; Unsere Unternehmen verlieren immer mehr an Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>&#8211; Ein &#8222;weiter so&#8220; wird nicht funktionieren<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bedenklich ist, dass die Lohnst\u00fcckkosten bei den Unternehmen seit einigen Jahren wieder st\u00e4rker steigen als bei den internationalen Wettbewerbern; unsere Unternehmen verlieren damit schleichend immer mehr an Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Weil das im Standort-Wettbewerb die heimische Wirtschaft zur\u00fcck wirft &#8211; und zwar auch zum Schaden der Mitarbeiter &#8211; mahnt Tressin einen Paradigmenwechsel sowohl in Berlin als auch in der Tarifpolitik an: Die Politik muss sich unternehmerisch Verhalten und alles tun, damit die Stabilit\u00e4t der Wirtschaft gewahrt bleit. Deshalb muss in der gegenw\u00e4rtigen Situation alles unterbleiben, was die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Wirtschaft schm\u00e4lert. So darf es beispielsweise unter keinen Umst\u00e4nden weitere Einschr\u00e4nkungen bei der Leiharbeit und zu den Werkvertr\u00e4gen geben. Was sich aktuell die Ministerbeamten von Frau Nahles hier haben einfallen alssen, ist ein kompletter Angriff auf unsere heute arbeitsteilige Wirtschaft. Der aktuelle gesetzesentwurf ist ein Bremsklotz gegen die Vernetzung und Arbeitsteilung der Industrie 4.0: praxisfremd, hoch b\u00fcrokratisch, in der Sache unsinnig und so \u00fcberhaupt nicht durchf\u00fchrbar.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Und auch die Gewerkschaften m\u00fcssen auf dem Teppich bleiben. Lohnsteigerungen wie in den letzten Jahren nehmen den Unternehmen die Luft zum Atmen. Wir brauchen deshalb ein gemeinsames Interessse an einer R\u00fcckkehr zu einer produktivit\u00e4tsorientierten, flexibleren Tarifpolitik anstatt Spitzenwerte bei Streikausf\u00e4llen zu produzieren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>&#8211; Neue &#8222;Arbeitszeitregime&#8220; als Antwort auf Industrie 4.0 erfoderlich<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Wirtschaft und die gesamte Arbeitswelt befindet sich mit der Digitalisierung der Arbeit seit l\u00e4ngerer Zeit in einer Phase tiefgreifender Umw\u00e4lzungen. Die globale Vernetzung von M\u00e4rkten und Gesellschaften l\u00e4sst die Welt im rasanten Tempo schrumpfen. In das Weltgeschehen ist ein neuer Liberalismus eingezogen im Sinne von &#8222;alle k\u00f6nnen alles zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort&#8220;. Den Takt geben dabei die Kunden vor. Sie erwarten vom Unternehmen, dass sie global und rund um die Uhr f\u00fcr sie da sind und immer schneller auf individuelle W\u00fcnsche reagieren. &#8222;Wenn die IG Metall bei ihrem Gewerkschaftstag im Herbst dieses Jahres in diesem Zusammenhang behauptet, Flexibilit\u00e4t ist das Gegenteil von Stabilit\u00e4t, so kann dem nur entgegnet werden: Genau das Gegenteil ist der Fall&#8220;. Was die Arbeit anbelangt, so wird der digitale Wandel vermehrt zu einer zeitlichen und r\u00e4umlichen Entgrenzung f\u00fchren. Das muss nicht unbedingt hei\u00dfen, dass man das gesamte Arbeitszeitgesetz umkrempeln muss, denn zukunftsf\u00e4hige Arbeitszeitregime unter dem Gesichtspunkt Industrie 4.0 sind letztlich nicht mehr, aber auch nicht weniger als die konsequente Fortf\u00fchrung der Ausrichtung der Arbeitszeit an den betrieblichen Notwendigkeiten und individuellen Bed\u00fcrfnissen der Mitarbeiter. Ees geht damit um nichts anderes, als um die Fortschreibung vieler kreativer und in den Betrieben bereits schon gelebter Arbeitszeitregime. Was spricht deshalb dagegen, die Arbeitszeitregime in ihrer konkreten Ausgestaltung vollst\u00e4ndig in die H\u00e4nde der Betriebsparteien zu legen: &#8222;Mehr Vertrauen der Gewerkschaften in die Gestaltungskraft der Betriebsparteien, statt Bevormundung ist das Gebot der Stunde&#8220;. Zumindest in einem ersten Schritt k\u00f6nnte man in vielen kleinen &#8222;Feldversuchen&#8220; den Betriebsparteien Arbeitszeitkorridore zwischen 30 und 40 Stunden zubilligen, die sie dann eigenst\u00e4ndig nach den betrieblichen Notwendigkeiten und unter Ber\u00fccksichtigung der individuellen Interessen der Arbeitnehmer bis hin zur Verg\u00fctung gestalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>&#8211; Die Wirtschaft wird ihren gesellschaftlichen Beitrag zur Bew\u00e4ltigung der Fl\u00fcchtlingskrise bei der Integration in den Arbeitsmarkt leisten<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Unbedingte Voraussetzung daf\u00fcr aber ist zun\u00e4chst einmal ein verl\u00e4ssliches Bild \u00fcber die Qualifikationen jedes Einzelnen sowie klare, f\u00fcr die Unternehmen h\u00e4ndelbare arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen. Deutschkurse sind f\u00fcr einie gelingende Integration ein erster Schritt, mehr aber auch nicht. Denn allein ein Deutschkurs wird angesichts der hohen technischen Standards und Anforderungsprofile in unseren Unternehmen nicht ausreichen, um die Menschen in Arbeit zu bringen. Wir f\u00fcrfen in diesem Zusammenhang vor allem nicht unsere verbindlichen Standards nur f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge au\u00dfer Kraft setzen &#8211; Qualit\u00e4t muss auch k\u00fcnftig vor Schnelligkeit bei der Qualifizierung Vorrang haben. Denn entweder sind die Standards in Ordnung, dann m\u00fcssen sei f\u00fcr jeden gelten, oder &#8211; noch besser &#8211; sie endlich der Realit\u00e4t anpassen, aber dann eben auch f\u00fcr alle. Insgesamt wird es schwierig werden, allen eine Perspektive zu verschaffen. Deshalb ist es mindestens ebenso gesellschaftliche Pflicht, f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge auch eine Perspektive in den Heimatl\u00e4ndern aufzubauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2015 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-426","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/426","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=426"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=426"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}