{"id":415,"date":"2018-08-20T20:08:59","date_gmt":"2018-08-20T18:08:59","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=415"},"modified":"2018-08-21T10:05:17","modified_gmt":"2018-08-21T08:05:17","slug":"tarifabschluss-ueberfordert-viele-unternehmen","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=tarifabschluss-ueberfordert-viele-unternehmen","title":{"rendered":"Tarifabschluss \u00fcberfordert viele Unternehmen"},"content":{"rendered":"<h3>Forderung nach neuen zeitgem\u00e4\u00dfen Verfahren bei der Tariffindung<\/h3>\n<p class=\"bodytext\">Trotz massiver Kritik hat der tarifpolitische Beirat des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. dem M+E-Tarifergebnis zugestimmt, nicht zuletzt auch deshalb, um einen Arbeitskampf und damit weitere irreparable wirtschaftliche Sch\u00e4den zu vermeiden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Bei einer derzeitigen Inflationsrate um die Null-Linie kam die Lohnzahl nicht nur \u00fcberraschend, sondern wirkte zugleich f\u00fcr unsere Mitgliedsbetriebe wie ein &#8222;Schlag ins Gesicht&#8220;. Neben international schon lange nicht mehr wettbewerbsf\u00e4higen Energiekosten haben wir mit der Tariferh\u00f6hung um 3,4 % zulasten unseres Klientels auch bei den Personalkosten noch einmal deutlich an Terrain im internationalen Vergleich verloren und dies alles in Zeiten von \u00dcberkapazit\u00e4ten in fast allen Bereichen und einem gnadenlosen Preis- und Margendruck&#8220;, so das Res\u00fcmee des Verbandsvorsitzenden, Arndt Krebs. &#8222;Das war kein Abschluss f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Industriestandortes Deutschland. Die Lohnzahl ist f\u00fcr alle unserer Betriebe ein noch nicht gedeckter Wechsel in die Zukunft, da nach wie vor die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unklar sind. Wir wissen, dass einige unserer Mitgliedsunternehmen mit dem Abschluss deutlich \u00fcberfordert sind, sodass wir durch Nachverhandlungen hausinterne L\u00f6sungen werden finden m\u00fcssen&#8220;, so der Verbandsvorsitzende weiter. &#8222;Bei den Themen Altersteilzeit und Weiterbildung seien dagegen f\u00fcr beide Seiten vertretbare L\u00f6sungen gefunden worden. So steht bei dem Altersteilzeittarifvertrag zuk\u00fcnftig die Besch\u00e4ftigungsf\u00e4higkeit bis zur Rente im Mittelpunkt und nicht die Fr\u00fchverrentung und bei der Bildung wird richtigerweise den Betriebsparteien der Vortritt gelassen f\u00fcr eine kreative Personalentwicklung&#8220;, so Krebs abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Kritik im Einzelnen, beispielhaft:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Wir akzeptieren die Notwendigkeit von Gehaltsanpassungen. Doch diese Lohnzahl ist zu hoch, wenn man sich die niedrige Inflationsrate vor Augen h\u00e4lt. Sie schw\u00e4cht unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Wir haben einen hohen Lohnkostenanteil und m\u00fcssen uns nun \u00fcberlegen, wie wir zus\u00e4tzliche Produktivit\u00e4tssteigerungen erzielen, um diesen Kostenanstieg zu kompensieren. Eine Chance, diese Kostensteigerung an Kunden weiter zu geben, haben wir nicht&#8220;, so\u00a0<b>Michael Hedderich<\/b>, Senior Vice President Global Rings &amp; Liners and Valve Seats &amp; Guides der Federal-Mogul Powertrain.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Friedrich Kr\u00e4mer, Personalleiter bei der Geberit Mapress GmbH, sieht Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4hrdet und stellt derzeit alle \u00fcbertariflichen Leistungen auf den Pr\u00fcfstand.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Dieser Abschluss passt so gar nicht in unsere derzeitige Konsolidierungsbem\u00fchungen; hinzu kommt, dass wir aufgrund von \u00dcberkapazit\u00e4ten am Markt einem ungeheuren Preis- und Margendruck unterliegen und deshalb an eine Weitergabe der Lohnzahl auch nicht ansatzweise zu denken ist&#8220;, so die Stellungnahme von\u00a0<b>Thomas Schule<\/b>, Personalleiter bei der ThyssenKrupp Stahl-Service-Center GmbH.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Martin Bergmann<\/b>, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wilhelm Bertrams GmbH &amp; Co. KG, macht deutlich, dass geplante Investitionen am Standort noch einmal ernsthaft in Frage gestellt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Stefan Hahn<\/b>, Gesch\u00e4ftsf\u00fcher der SKF Sealing Solutions GmbH, sieht nach dem Tarifabschluss wachsende Schwierigkeiten bei der Akquise von Neugesch\u00e4ften am Markt auf sich zukommen und stellt klar, dass der Outsourcing-Druck auf nicht zum Kerngesch\u00e4ft geh\u00f6rende Prozesse am Standort Leverkusen deutlich steigen wird.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Besonders gro\u00df war die Emp\u00f6rung der Unternehmen \u00fcber die von Anfang an geplanten und durchgef\u00fchrten Warnstreikaktionen der IG Metall&#8220;, berichtet der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes, Rechtsanwalt Andreas Tressin.&#8220;Dies war alles andere als eine Verhandlung auf Augenh\u00f6he, weil f\u00fcr die Unternehmen eben nicht nur Lohnprozente, sondern dar\u00fcber hinaus auch Lieferfristen, Auftragserf\u00fcllung und Gesch\u00e4ftsbeziehungen auf dem Spiel stehen und sie deshalb jederzeit erpressbar sind. Dass mit dem Abschluss letztlich ein schon angedrohter Vollstreik und damit weitere irreparable Kollateralsch\u00e4den vermieden werden konnten, ist alles andere als ein Beweis f\u00fcr ein funktionierendes Tariffindungssystem und muss gegen\u00fcber all denjenigen ein untauglicher Erkl\u00e4rungsversuch bleiben, die die Lohnzahl nicht verkraften k\u00f6nnen und damit Gefahr laufen, im Wettbewerb durch den Rost zu fallen&#8220;, so Tressin weiter. &#8222;Da die Beliebigkeit sowohl des Einsatzes, als auch des Umfanges von Streikma\u00dfnahmen bedauerlicherweise zur vertrauten \u00dcbung geworden ist, muss zu einer innovativen und zukunftsorientierten Tarifpolitik auch der Mut geh\u00f6ren, \u00fcber einen neuen Ordnungsrahmen beim Lohnfindungssystem nachzudenken. Konkret: Es m\u00fcssen bei der rasant fortschreitenden Vernetzung und Internationalisierung aller Abl\u00e4ufe und Produktionsweisen in der Wirtschaft auch zeitgem\u00e4\u00dfe Verfahren entwickelt werden, die den Arbeitskampf nach M\u00f6glichkeit vermeiden, damit dem verfassungsrechtlichen Gebot des Ultima-Ratio-Prinzips beim Einsatz von Streiks endlich wieder Rechnung getragen wird. Jeder Hinausschieben vergr\u00f6\u00dfert die Gefahr, dass wir uns immer weiter von der Umsetzung der eigentlichen Funktion des Fl\u00e4chentarifvertrages, n\u00e4mlich f\u00fcr einen Wirtschaftszweig Mindestarbeitsbedingungen zu regeln, entfernen werden. Jedenfalls hat die diesj\u00e4hrige Tarifrunde einmal mehr bewiesen, dass es keine Gew\u00e4hr daf\u00fcr gibt, dass sich Gewerkschaften stets f\u00fcr die Rettung der \u00f6konomischen Vernunft aufopfern werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forderung nach neuen zeitgem\u00e4\u00dfen Verfahren bei der Tariffindung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-415","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}