{"id":412,"date":"2018-08-20T20:04:26","date_gmt":"2018-08-20T18:04:26","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=412"},"modified":"2018-08-21T10:06:10","modified_gmt":"2018-08-21T08:06:10","slug":"das-ist-ein-forderungspaket-jenseits-aller-vernunftgrenzen","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=das-ist-ein-forderungspaket-jenseits-aller-vernunftgrenzen","title":{"rendered":"&#8222;Das ist ein Forderungspaket jenseits aller Vernunftgrenzen.&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3>Rechtsanwalt Andreas Tressin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V.<\/h3>\n<p>&#8222;Das ist ein Forderungspaket jenseits aller Vernunftgrenzen&#8220;, kritisiert Rechtsanwalt Andreas Tressin die heute gestellte Forderung der IG Metall nach Einkommenserh\u00f6hungen von 5,5 % und den zus\u00e4tzlichen tariflichen Anspr\u00fcchen auf Alters- und Bildungsteilzeit. Die schw\u00e4chelnde Konjunktur im Euroraum, die Ukraine-Krise und die unklare Energiepolitik haben bei den Mitgliedsunternehmen deutliche Spuren hinterlassen. Das kann die IG Metall doch nicht einfach alles ignorieren, so Tressin weiter. Die IG Metall hat ganz offensichtlich \u00e4hnlich wie die Bundesregierung beim Verteilungsspielraum immer noch auf &#8222;Sorglos-Modus&#8220; gestellt und blendet dabei v\u00f6llig aus, dass unsere Betriebe in den letzten Jahren deutlich an Wettbewerbsf\u00e4higkeit verloren haben. Wenn die IG Metall bei den Tarifforderungen weiter so auf das Gaspedal tritt und dabei alle \u00f6konomisch notwendigen Tempolimitgrenzen \u00fcberschreitet, wird dies auf dem Arbeitsmarkt zulasten der Arbeitnehmer viele Punkte kosten. Denn unstreitig bleibt: Bei einer weiteren Verschlechterung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit werden wir einige Arbeitspl\u00e4tze in unserer Branche nicht in Deutschland halten k\u00f6nnen. Zu ber\u00fccksichtigen seien auch die Renditeentwicklungen der Betriebe. So m\u00fcssen von eienr geringen durchschnittlichen Rendite von 3,6 % Forschung, Investitionen und Besch\u00e4ftigungsaufbau finanziert werden und hier sind die zwingend notwendigen Zukunftsinvestitionen, die sich aus der Digitalisierung der Arbeitswelt, also der Industrie 4.0, ergeben werden, noch gar nicht eingepreist. Wie das alles die 25 % der Betriebe finanzieren sollen, die entweder Verluste oder gerade einmal eine &#8222;Schwarze Null&#8220; erwirtschaften, bleibt das Geheimnis der IG Metall. Die beiden Abschl\u00fcsse allein von 2012 und 2013\/2014 addierten sich bei den Arbeitnehmern zu einem Plus von 10 % real von mehr als 5 %. F\u00fcr den durchschnittlichen M+E-Arbeitnehmer bedeutet das: Sein Jahreseinkommen ist in 3 Jahren um 5.000 Euro gestiegen, inzwischen liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen in der Metall- und Elektroindustrie sogar deutlich \u00fcber 50.000 Euro. In dieser Gesamtgemengelage muss die IG metall bei ihren Forderungen in diesem Jahr auf dem Teppich bleiben. Bei den zus\u00e4tzlich gestellten Forderungen auf Alters- und Bildungszeit stellt sich die Frage: Wer soll nach den Vorstellungen der IG Metall in den Betrieben die Arbeit \u00fcberhaupt noch machen vor allem wer soll das bezahlen? Ob Altersteilzeit in Zeiten des Fachkr\u00e4ftemangels \u00fcberhaupt noch ein sinnvolles Instrument sein kann, bezweifelt Tressin ausdr\u00fccklich. Es muss einfach in die K\u00f6pfe, dass Viele l\u00e4nger arbeiten m\u00fcssen; denn wir sind auf das wertvolle Know-How unserer qualifizierten Mitarbeiter angewiesen. Wenn schon \u00dcbergang in die Rente, dann muss dieser gerechter gestaltet werden und dabei muss es einen Unterschied geben, zwischen einem, der nicht mehr kann und einem, der nicht mehr will, so Tressin weiter. Ob daf\u00fcr jedoch ausschlie\u00dflich eine sehr teure tarifliche Altersteilzeit das richtige Instrument ist, muss zumindest in Frage gestellt werden d\u00fcrfen. Besser w\u00e4re, wenn man denjenigen, der nicht mehr kann, einen Weg ebnet, leichter in die Teilrente zu gehen mit der Chance, mehr als bisher hinzuverdienen zu k\u00f6nnen. Nach Auffassung von Tressin ist deshalb eine Kombination von Teilrente und Erwerbst\u00e4tigkeit der richtige Weg; wenn daneben auch noch Altersteilzeit als notwendig angesehen werden sollte, dann aber nur auf freiwilliger Basis, so Tressin. Das Thema Bildungszeit geh\u00f6rt nach Auffassung von Tressin erst gar nicht in einen Tarifvertrag, sondern ist ausschlie\u00dflich Angelegenheit der Betriebe. Denn wie der k\u00fcnftige Qualifizierungsbedarf sich entwickelt, kann nicht dirigistisch top-down von den Tarifvertragsparteien entschieden weden. Auch ordnungspolitisch ist das der v\u00f6llig falsche Ansatz: Ebenso wenig, wie sich Eltern vom Staat vorschreiben lassen wollen, was ihre Kinder morgen beruflich tun sollen, mit welchem Anforderungsprofil und mit welcher Weiterbildung, lassen sich Arbeitgeber und auch nicht Arbeitnehmer vorschreiben, wie sich der Qualifizierungsbedarf morgen bzw. \u00fcbermorgen darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rechtsanwalt Andreas Tressin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-412","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}