{"id":397,"date":"2018-08-20T19:37:54","date_gmt":"2018-08-20T17:37:54","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=397"},"modified":"2018-08-21T10:18:48","modified_gmt":"2018-08-21T08:18:48","slug":"jahresrueck-und-ausblick-2013-2014","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=jahresrueck-und-ausblick-2013-2014","title":{"rendered":"Jahresr\u00fcck- und Ausblick 2013\/2014"},"content":{"rendered":"<h3>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektoindustrie und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2013 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr.<\/h3>\n<h2>R\u00dcCKBLICK 2013<\/h2>\n<ul>\n<li><b>Rekorde bei den sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigten.<\/b><\/li>\n<li><b>Rekorde beim durchschnittlichen Entgeltniveau.<\/b><\/li>\n<li><b>Mitgliedsunternehmen gut aufgestellt.<\/b><\/li>\n<li><b>Koalitionsvereinbarung zu Lasten Wachstum, Flexibilit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/b><\/li>\n<li><b>Derzeit keine Kostenbremse bei den Energiekosten ersichtlich; Deindustrialisierung schon voll im Gange.<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\"><b>Eine positive Bilanz zieht Tressin f\u00fcr das nun\u00a0<\/b><b>auslaufende Jahr 2013.<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wie schon 2012 ist auch 2013 einmal mehr ein Jahr der Rekorde:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Noch nie zuvor waren so viele Menschen besch\u00e4ftigt wie derzeit, noch nie zuvor waren vor allem so viele Menschen in unbefristeter Vollzeitarbeit als Stammarbeitnehmer in den Betrieben besch\u00e4ftigt, noch nie zuvor war das durchschnittliche Lohnniveau in den Betrieben so hoch wie heute, noch nie zuvor waren die Steuereinnahmen in Deutschland so hoch. Der DAX verzeichnete einen historischen H\u00f6chststand, ebenso leider aber auch die Energiekosten. Die Mitgliedsunternehmen sind auch zum Ende des Jahres 2013 gut aufgestellt. In den meisten F\u00e4llen wurden positive Ergebnisse erzielt, nicht weil der Staat geholfen hat, sondern trotz der sich verschlechternden Rahmenbedingungen. Dort, wo die Unternehmen Einfluss auf die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit nehmen konnten, also bei den Innovationen, beim Produkt und bei den Verbesserungen der Arbeitsprozesse haben sie das hierzu Notwendige getan und Fortschritte erzielt. Nur leider sind in vielen F\u00e4llen die dort erzielten Erfolge durch staatlich verursachte Kosten, wie z.B. durch einen zunehmenden B\u00fcrokratismus, aber auch und vor allem durch die erheblich gestiegenen Energiekosten kompensiert worden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Erfreulich bei der Besch\u00e4ftigungsentwicklung war insbesondere, dass sich die Leiharbeit einmal mehr als Br\u00fcckenfunktion f\u00fcr eine Festanstellung in den Betrieben erwiesen hat.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Koalitionsvereinbarung zulasten Wachstum, Felxibilit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das ist ein Koalitionsvertrag gegen eine Konsolidierung der Haushalte, gegen die j\u00fcngeren Generationen und gegen die Sicherheit der Sozialversicherungssysteme. Es ist vor allem ein Vertrag gegen den Arbeitsmarkt, weil er an wesentlichen Stellen dessen Wechselwirkungen verkennt, den Faktor Arbeit unn\u00f6tig verteuert, den Arbeitgebern erhebliche Flexibilit\u00e4t und damit Produktivit\u00e4t nimmt, zu mehr B\u00fcrokratie f\u00fchrt und in der Konsequenz die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen nachhaltig verschlechtert. Ordnungspolitisch bedenklich ist vor allem, dass die Arbeitsmarktpolitik immer mehr planwirtschaftliche Z\u00fcge bekommt: Vom Mindestlohn, \u00fcber die L\u00e4nge des Einsatzes eines Leiharbeitnehmers, bis hin zum Beginn eines Equal-Pay-Anspruches &#8211; wer was tun und damit wie viel verdienen darf, das soll zuk\u00fcnftig der Staat entscheiden. Die Verlierer werden diejenigen sein, die im Parlament nicht organisiert sind, also die Unternehmer und die schlecht qualifizierten Minderheiten; und nat\u00fcrlich die Mehrheit der Abgabenzahler und Verbraucher.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i><b>Beispiel Mindestlohn:<\/b><\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit der Einf\u00fchrung eines gesetzlichen Mindestlohns wird ordnungspolitisch ein Paradigmenwechsel vollzogen, weil neben der verfassungsrechtlich vorgegebenen origin\u00e4ren Zust\u00e4ndigkeit der Tarifvertragsparteien nunmehr auch der Staat sich f\u00fcr den Entgeltfindungsprozess berufen f\u00fchlt und f\u00fcr zust\u00e4ndig erkl\u00e4rt hat. Diese selbstgegebene Zust\u00e4ndigkeit wird er nicht mehr so schnell aufgeben, zumal die Politiker wissen, dass sich klientelorientierte Entgelterh\u00f6hungen sehr gut bei k\u00fcnftigen Wahlk\u00e4mpfen vermarkten lassen werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dar\u00fcber hinaus besteht zuk\u00fcnftig die Gefahr einer &#8222;Sockellohn-Politik&#8220;, die alle Marktmechanismen ignoriert und die L\u00f6hne, vor allem der Nicht-Qualifizierten und der unteren Qualifikationsgruppen \u00fcber deren Produktivit\u00e4tsniveau anhebt und damit ganz erheblich das Arbeitsplatzrisiko steigert. Tats\u00e4chlich kommt es aber ausschlie\u00dflich darauf an, welche Leistungen und Produktivit\u00e4t der einzelne Arbeitsplatz bringt. Wer f\u00fcr seine Produkte und Dienstleistungen keine ausk\u00f6mmlichen Preise erh\u00e4lt, kann eben auch keine hohen Kosten verkraften. Zwangsl\u00e4ufige Folge wird sein, dass \u00fcberh\u00f6hte Mindestentgelte nicht die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung, sondern einzig die Schattenwirtschaft, d.h. die Schwarzarbeit beleben wird.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine weitere Gefahr besteht schlie\u00dflich darin, dass zuk\u00fcnftig zwischen Politikern und Gewerkschaften bei der Einforderung von h\u00f6heren Prozentzahlen beim Mindestlohn und in den Branchentarifvertr\u00e4gen ein \u00dcberbietungswettbewerb entsteht, ohne dass bei den jeweiligen Lohnfindungsprozessen konkrete volks- und betriebswirtschaftliche Kennzahlen, geschweige denn branchenbezogene Parameter als Leitplanken ausreichende Ber\u00fccksichtigung finden. Der Mindestlohn gef\u00e4hrdet schlie\u00dflich aber auch unser Erfolgsmodell der dualen Ausbildung. Viele Schulabg\u00e4nger k\u00f6nnten nunmehr in die Versuchung geraten, kurzfristig einen Mindestlohnjob f\u00fcr ca. 1.400,00 Euro pro Monat einzugehen, statt eine duale Ausbildung zu absolvieren. Jedenfalls passt nicht zusammen, wenn Union und SPD einerseits die Zahl der 1,5 Millionen jungen Erwachsenen ohne Ausbildung senken wolle, andererseits aber mit dem Mindestlohn gerade zu Anreize setzt, keine Ausbildung zu machen. So gilt denn auch in Frankreich gerade der Mindestlohn als Grund f\u00fcr die dortige hohe Jugendarbeitslosigkeit.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b><i>Beispiel Leiharbeit:<\/i><\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Unternehmen brauchen die Zeitarbeit mit all ihren Flexibilisierungsinstrumenten als unverzichtbaren Baustein f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und zwar nicht nur als Flexibilisierungsinstrument in der Arbeitsorganisation, sondern auch bei den Arbeitskosten, denn die deutsche Industrie arbeitet mit sehr hohen und z.T. nicht wettbewerbsf\u00e4higen L\u00f6hnen der Stammbelegschaften. Die Leiharbeit ist damit wie andere Arbeitsformen &#8211; wie z.B. die Werkvertr\u00e4ge &#8211; unter Einschluss des Outsourcings von Leistungen, auch ein Teil notwendiger &#8222;Mischkalkulation&#8220; bei den Kosten. Hinzu kommt, dass die Entleih-\/Stammbetriebe bei konjunkturellen Einbr\u00fcchen und dadurch entstehenden \u00dcberkapazit\u00e4ten bei einer \u00dcbernahme der Leihkr\u00e4fte nach 18 Monaten auch sog. Transaktionskosten zu verkraften bzw. zu finanzieren h\u00e4tten, die durch Prozessrisiken bei betriebsbedingt notwendig werdenden K\u00fcndigungen oder Abfindungszahlungen entstehen w\u00fcrden. Diese Prozessrisiken und Kosten tragen aktuell ausschlie\u00dflich die Verleihbetriebe. Mit den nun getroffenen Regelungen sowohl beim zeitlich limitierten Einsatz von 18 Monaten f\u00fcr Leihkr\u00e4fte, als auch und insbesondere bei einem v\u00f6llig undifferenzierten Equal-Pay-Anspruch nach nur 9 Monaten w\u00fcrde f\u00fcr die Stammbetriebe ein ungeheurer zus\u00e4tzlicher Kosten- und Rationalisierungsdruck entstehen mit der Folge, dass vor allem gering qualifizierte einfache T\u00e4tigkeiten und damit Arbeitspl\u00e4tze wegrationalisiert und damit entfallen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wenn es bei den Einschr\u00e4nkungen der Flexibilit\u00e4t bei der Leiharbeit bleibt, wird unweigerlich eine neue Diskussion zu einer Flexibilisierung des K\u00fcndigungsschutzes entstehen m\u00fcssen. Denn der K\u00fcndigungsschutz und auch die Sozialplanpflicht f\u00fchren schon aktuell zu einer massiven Beeintr\u00e4chtigung der Flexibilit\u00e4t der Unternehmen, die wichtige und schnelle Reaktionen vor allem im Konjunkturverlauf, aber auch bei strukturellen Ver\u00e4nderungen hemmen. Dies f\u00fchrte bereits in der Vergangenheit dazu, dass dringend notwendige unternehmerische Entscheidungen zu sp\u00e4t und oftmals nur halbherzig angegangen wurden und damit die Wettbewerbssituation der Unternehmen verschlechterten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i><b>Beispiel Energiewende:<\/b><\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Industrie braucht Energie rund um die Uhr und dies muss alles unter Wettbewerbsgesichtspunkten bezahlbar sein. Die Energiewende darf vor allem nicht zu einem noch h\u00f6heren Risiko f\u00fcr die Unternehmen werden. Dies ist jedoch aktuell der Fall. So warnt das Institut der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln in einer j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichten Studie vor einer weiteren Verteuerung des Strompreises f\u00fcr Industrieunternehmen um sage und schreibe 19 %. Die Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) ist und bleibt dabei der gr\u00f6\u00dfte Stromkostentreiber. So k\u00f6nnen die \u00fcber die EEG-Umlage zu finanzierenden Subventionen f\u00fcr die erneuerbaren Energien im ung\u00fcnstigsten Fall bis 2018 von heute 16,5 auf 31 Milliaren Euro steigen. Dies entspr\u00e4che einem Anstieg der EEG-Umlage auf 8,1 Cent. Ab dem kommenden Jahr zahlen die Stromverbraucher \u00fcber 30 Milliarden Euro f\u00fcr Steuern, Abgaben und Umlagen. Dies entspricht einem staatlichen Anteil von 51,7 % am privaten Strombezug. Die vom Staat verursachten Kosten werden damit einen neuen H\u00f6chststand erreichen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zwar hat man in der Koalitionsvereinbarung erkannt, dass bei der Energie auch um Versorgungssicherheit und vor allem Bezahlbarkeit von Strom geht, aber statt hieraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, dreht die Politik allenfalls an einigen Schrauben bei der \u00d6kostromsubventionierung. Erforderlich ist jedoch ein Systemwechsel: Weg von der Energie- und Planwirtschaft, hin zu marktwirtschaftlichen Elementen, um den Anstieg der Kosten endlich zu d\u00e4mpfen. Wir brauchen ein technologieneutral ausgerichtetes Gesetz, dass den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien effektiv und effizient regelt. Und nat\u00fcrlich muss sich &#8222;unsere Energiewende&#8220; in den europ\u00e4ischen Energiebinnenmarkt einf\u00fcgen, denn ein politischer Alleingang w\u00e4re in Europa schon unter Wettbewerbsgesichtspunkten nicht m\u00f6glich und damit durchsetzbar. Bereits im Sommer hatten die Unternehmerverb\u00e4nde der Politik sowohl auf Landes-, als auch auf Bundesebene eine konkrete Handlungsempfehlung zur Energiewende \u00fcberreicht, in der nicht nur eine sofortige Strompreisbremse, sondern auch eine Generalrevision des Gesetzes zu den erneuerbaren Energien gefordert wurde (<a class=\"external-link-new-window mtli_attachment mtli_pdf\" title=\"Opens external link in new window\" href=\"https:\/\/www.usability.world\/fileadmin\/media\/PDF-Dateien\/Anlage_Handlungsempfehlung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handlungsempfehlung<\/a>).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Kurzfristig muss die Politik zur Senkung der Stromkosten einen Eigenbeitrag leisten. Hier hat die Politik ganz klar eien Bringschuld, wenn sie es mit dem Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland wirklich ernst meint. Und diesen Eigenbeitrag sehe ich kurzfristig nur in einer Absenkung der Stromsteuern oder Abgaben; alle anderen \u00dcberlegungen sind n\u00e4mlich unter europarechtlichen Gesichtspunkten unsicher und hierzu z\u00e4hlen insbesondere die derzeitigen Rabatte f\u00fcr energieintensive Betriebe. Offensichtlich h\u00e4lt die europ\u00e4ische Kommission deise Rabatte f\u00fcr unzul\u00e4ssig und hat deshalb am 18. Dezember 2013 gegen Deutschland ein Verfahren wegen unzul\u00e4ssiger Subventionen eingeleitet. Am Ende k\u00f6nnte nicht nur ein Verbot der heutigen Ausnahmeregelung stehen &#8211; im schlimmsten Fall droht den Betrieben sogar die R\u00fcckzahlung aller EEG-Verg\u00fcnstigungen, die sie in den vergangenen Jahren erhalten haben. Schon jetzt hat allein die Einleitung des Verfahrens f\u00fcr die Unternehmen unangenehme Folgen, selbst wenn am Ende der Pr\u00fcfung ein &#8222;O.K.&#8220; aus Br\u00fcssel kommt. Denn mit der Er\u00f6ffnung des Verfahrens steht die H\u00f6he der EEG-Umlage f\u00fcr die Industrie unter Vorbehalt. Damit drohen Mehrzahlungen f\u00fcr die Unternehmen, sodass entsprechende R\u00fcckstellungen gebildet werden m\u00fcssen, was einige Betriebe nicht nur in Schwierigkeiten, sondern in existenzielle Gefahr bringen k\u00f6nnte. Alles zusammengenommen w\u00e4re dies der Super-Gau. Die neue Koalition steht damit schon kurz nach ihrem Amtsantritt vor der ersten Bew\u00e4hrungsprobe und ist zum sofortigen Handeln aufgefordert. Jetzt gilt es erst einmal auf europ\u00e4ischer Ebene unverz\u00fcglich die Einstufung des EEG als unzul\u00e4ssige Beihilfe bzw. Subvention zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Fazit:<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Das Gelingen der Energiewende zu bezahlbaren Preisen sowohl f\u00fcr die Privatb\u00fcrger, als auch f\u00fcr die Unternehmen, ist und bleibt kurz- und mittelfristig die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die Koalition.<\/b>\u00a0Der Strompreis in Deutschland ist einer der h\u00f6chsten der Welt; dreifacher Gaspreis, z.T. mehr als doppelter Strompreis im internationalen Vergleich, das kann die Industrie schon lange nicht mehr verkraften. Es w\u00e4re deshalb grob fahrl\u00e4ssig, die Unternehmen bei den Stromkosten weiteren Belastungstest zu unterziehen. Fakt ist, dass bei hohen Energiekosten bei den Investitionsentscheidungen eine ganz ma\u00dfgebliche Rolle spielen und zwar nicht nur bei den Erweiterungsinvestitionen, sondern auch bei den Ersatz- bzw. Rationalisierungsinvestitionen, die den Bestand und den Produktivit\u00e4tsfortschritt sichern sollen. Wenn einzelne Unternehmen auch hier schon den Rot-Stift angesetzt haben, macht dies deutlich, dass der Prozess einer Deindustrialisierung schon voll im Gange ist. Das m\u00fcsste uns alle, vor allem die Politik, nicht nur sehr nachdenklich machen, sondern zum unmittelbaren Handeln zwingen. Die aktuellen Entscheidungsfindungsprozesse in den Unternehmen machen jedenfalls \u00fcberdeutlich, dass es sich bei der Energiewende um eine lebensgef\u00e4hrliche Operation am offenen Herzen der Industrie handelt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">_______________________________________________________________<\/p>\n<h2>AUSBLICK 2014:<\/h2>\n<ul>\n<li><b>Verhaltener Optimismus.<\/b><\/li>\n<li><b>Preis- und Margendruck wird immer brutaler.<\/b><\/li>\n<li><b>Das Gelingen der Energiewende zu bezahlbaren Preisen sowohl f\u00fcr den Privatb\u00fcrger, als auvch f\u00fcr die Unternehmen, ist und bleibt kurz- und mittelfristig die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die Koalition.<\/b><\/li>\n<li><b>Renaissance einer Angebotspolitik notwendig.<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Die Stimmung ist zwar bei den meisten Mitgliedsunternehmen nach wie vor gut, in den harten Zahlen, z.B. in der Auftragslage oder in der Produktion spiegelt sich diese Stimmung jedoch nicht in allen Branchen wieder.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch die Investitionst\u00e4tigkeit der Unternehmen ist weiterhin zur\u00fcckhaltend und beschr\u00e4nkt sich zum \u00fcberwiegenden Teil auf Ersatz-\/bzw. Rationalisierungsinvestitionen, sollen also vor allem den Bestand und den Produktivit\u00e4tsfortschritt sichern. Dies alles sind Indikatoren daf\u00fcr, dass viele Unternehmen eine nachhaltige Ertragsperspektive bzw. ihre k\u00fcnftgen wirtschaftlichen Aussichten eher nicht so g\u00fcnstig einsch\u00e4tzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zwar sind die konjunkturellen Aussichten global aufw\u00e4rts gerichtet, doch nirgends sprundelt es wirklich kr\u00e4ftig, wie es der Direktor des Institutes der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln, Prof. Dr. H\u00fcther, erst k\u00fcrzlich umschrieb. Im Klartext: Sehr viel mehr Aufschwung wird nicht mehr drin sein, so geht der Sachverst\u00e4ndigenrat von einem Zuwachs des Bruttoinlandproduktes im Jahr 2014 von 1,6 % aus, das &#8222;Produktionspotenzial&#8220; soll nach Einsch\u00e4tzung der Experten jedoch nur um 2 % steigen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Fest steht, dass der Kampf um die M\u00e4rkte 2014 noch h\u00e4rter werden wird. Denn alle verteidigen weltweit verbissen und unter einem unglaublichen Preis- und Margendruck ihre Marktanteile und versuchen ein gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck vom Kuchen zu erhalten. Und dies in Zeiten, wo wir im internationalen Vergleich leider wieder bei den Lohnst\u00fcckkosten deutlich an Terrain verloren haben. Die Unsicherheiten sind vielfach: Die Ausschl\u00e4ge der Konjunktur werden immer schneller und heftiger, vor allem wird die Konjunktur f\u00fcr die Unternehmen immer weniger planbar, die Risiken immer weniger kalkulierbar, dazu die politischen Risiken in China, vor allem aber die fatalen Perspektiven f\u00fcr das Regierungsprogramm der Gro\u00dfen Koalition. Ein weiteres Risiko f\u00fcr die Unternehmen ist und bleibt der starke Euro: Zu viele Unternehmen bilanzieren im Moment W\u00e4hrungsverluste;\u00a0<b>und schlie\u00dflich die weiterhin bestehende Gefahr ausufernder Energiekosten (siehe vorne).<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Hinzu kommt, dass viele unserer Strukturprobleme nach wie vor ungel\u00f6st sind und derzeit nur \u00fcberdeckt werden durch die gute wirtschaftliche Lage.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Angesichts des demografischen \u00dcbergangs, der Probleme in der Eurozone und den zu erwartenden Belastungen, die dies f\u00fcr Deutschland mit sich bringt, muss die Wirtschaftspolitik nach der Agenda 2010 zuk\u00fcnftig wieder verst\u00e4rkt einer Angebotspolitik Priorit\u00e4t einr\u00e4umen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wir brauchen eine Renaissacne einer Angebotspolitik, zuletzt auch deshalb, weil sie alternativlos ist: Es ist n\u00e4mlich die Kostensituation der Unternehmen, die f\u00fcr deren Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, f\u00fcr die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit ihrer Produkte und Dienstleistungen sowie f\u00fcr die Standortattraktivit\u00e4t Deutschlands von entscheidender Bedeutung ist. Ohne eine St\u00e4rkung der Angebotspolitik w\u00fcrde zwangsl\u00e4ufig ein Zur\u00fcckgleiten der deutschen Wirtschaft in die alte Wachstumsschw\u00e4che zur\u00fcckkehren. Die Erinnerung sollte noch nicht verblasst sein, was es bedeutet, der &#8222;kranke Mann Europas&#8220; zu sein.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Fakt ist, dass die Unternehmen die eigentlichen Krisenversicherer sind &#8211; die Betriebe brauchen deshalb gr\u00f6\u00dfere Handlungsspielr\u00e4ume statt weitere Fesseln. Sie m\u00fcssen beweglich bzw. flexibel bleiben &#8211; und zwar bei Arbeitskosten, beim Volumen und der Verteilung der Arbeitszeiten und auch bei den Einsatzm\u00f6glichkeiten der Besch\u00e4ftigten. Hier sind sowohl die Politik, als auch die Tarifvertragsparteien gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und wenn n\u00f6tig, getroffene Fehlentwicklungen bzw. -entscheidungen zu korrigieren. Denn internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit wird durch nationale Gesetze und Tarifvertr\u00e4ge beg\u00fcnstigt, aber auch besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Jahresende blickt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektoindustrie und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., Rechtsanwalt Andreas Tressin, auf das Jahr 2013 zur\u00fcck und gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-397","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}