{"id":354,"date":"2018-08-20T19:14:37","date_gmt":"2018-08-20T17:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=354"},"modified":"2018-08-21T10:19:56","modified_gmt":"2018-08-21T08:19:56","slug":"reul-diskutierte-mit-unternehmern-ueber-leitlinien-einer-kuenftigen-energiepolitik","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=reul-diskutierte-mit-unternehmern-ueber-leitlinien-einer-kuenftigen-energiepolitik","title":{"rendered":"Reul diskutierte mit Unternehmern \u00fcber Leitlinien einer k\u00fcnftigen Energiepolitik"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"bodytext\">Unternehmer reden Klartext: &#8222;Belastungskosten bei den Energiekosten schon jetzt \u00fcberschritten, weitere Erh\u00f6hungen deshalb nicht verkraftbar.&#8220; Unternehmer \u00fcberreichen Reul Handlungsempfehlung. Reul setzt sich f\u00fcr Belange der Unternehmen ein.<\/h3>\n<p class=\"bodytext\">Die Ausgangslage ist allen klar: Die Energiekosten haben mittlerweile eine Dimension erreicht, die nicht nur viele B\u00fcrger nicht mehr tragen k\u00f6nnen, sondern auch f\u00fcr die Unternehmen nicht mehr vertretbar sind. Allein die letzte Steigerung der EEG-Umlage auf 5,3 Cent\/kWh Strom verursachte eine Kostensteigerung beispielsweise bei der Federal-Mogul Burscheid GmbH und der TMD Friction GmbH\/EsCo GmbH um rund 1,2 Millionen Euro, bei der Karl H\u00f6ll GmbH &amp; Co. KG in Langenfeld 245.000 Euro, bei der apt Hiller GmbH um 500.000 Euro und bei der SKF Sealing Solutions GmbH um 151.000 Euro. Michael Hedderich, Senior Vice President &amp; General Manager Rings &amp; Liners and Valve Seats &amp; Guides der Federal-Mogul Holding Deutschland GmbH, macht deutlich, dass diese Mehrkosten angesichts eines sich dramatisch versch\u00e4rfenden internationalen Wettbewerbsdrucks bei gleichzeitiger unsicherer weltweiter Konjunkturlage am Automobilmarkt sehr begrenzt weitergegeben werden k\u00f6nnen: &#8222;Die steigenden Energiekosten f\u00fcr unseren Standort Burscheid haben einen Gegenwert von rund 30 Arbeitspl\u00e4tzen, die wir umgehend abbauen m\u00fcssten, um die immer h\u00f6heren Ausgaben auszugleichen. In der Praxis gef\u00e4hrdet die EEG-Umlage allerdings Arbeitspl\u00e4tze in einem wesentlich gr\u00f6\u00dferen Umfang. Auch wenn wir den Ausbau der erneuerbaren Energien als wichtige Investition in die Zukunft sehen, m\u00fcssen wir als global agierendes Unternehmen in einem Markt mit internationalen Wettbewerbern vor dem Hintergrund steigender Kosten aktuelle und zuk\u00fcnftige Investitionsentscheidungen hinterfragen. Hierbei kann es auch zu Entscheidungen gegen den Standort Deutschland kommen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Andreas Tressin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V. und der Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V., wies darauf hin, dass die letzten Kostensteigerungen bei einigen mittelst\u00e4ndischen Unternehmen die gesamte Gewinnmarge aus dem letzten Jahr aufgezehrt hat bzw. in der Metallbranche sogar z.T. mehr als 50 % des j\u00e4hrlichen Belastungsvolumens aus der letzten Tariferh\u00f6hung ausmachte. Es \u00fcberraschte deshalb nicht, dass die steigenden Energiekosten sogar wiederholt Gegenstand von Sondertarifvertr\u00e4gen in den Mitgliedsunternehmen waren. Tressin stellte klar, dass die Tarifvertragsparteien aber nicht auf Dauer Reparaturbetrieb f\u00fcr Fehlkalkulationen in der Energiepolitik werden k\u00f6nnen. F\u00fcr Clemens Behrenbruch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Karl H\u00f6ll GmbH &amp; Co. KG, k\u00f6nnen die enormen Steigerungen in der Produktion kompensiert werden. Rolf Menzel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der EVL Energieversorgung Leverkusen GmbH &amp; Co. KG, rechnete vor, dass die mit dem EEG verbundene Verteilungswirkung vor allem die einkommensschwachen Haushalte \u00fcberproportional belaste. Dar\u00fcber hinaus macht sich Menzel Sorgen um die Versorgungssicherheit der Unternehmen, weil sich die hierf\u00fcr notwendigen infrastrukturellen Ma\u00dfnahmen und Investitionen bzw. Vorhaltereserven letztlich aufgrund des Einspeisevorrangs f\u00fcr \u00d6kostrom schon lange nicht mehr rechnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In einem gut zweist\u00fcndigen Gespr\u00e4ch zwischen den Vorst\u00e4nden, einigen Beiratsmitgliedern der Unternehmerverb\u00e4nde Rhein-Wupper und Herrn Herbert Reul MdEP, Vorsitzender der CDU\/CSU-Gruppe im Europ\u00e4ischen Parlament, sowie dem Leiter des Kompetenzfelds Umwelt, Energie, Ressourcen des Instituts der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln, Herrn Dr. Hubertus Bardt, war man sich nach der vorgenommenen Analyse sehr schnell der Zielsetzung bei der Energiewende einig: Die Energiewende m\u00fcsse nicht nur f\u00fcr private Haushalte, sondern auch f\u00fcr die Unternehmen zu bezahlbaren und vor allem international wettbewerbsf\u00e4higen Preisen bei gleichzeitiger Sicherstellung der Energieversorgung m\u00f6glich sein. Unter keinen Umst\u00e4nden d\u00fcrfe bei den zwingend notwendigen Reformen weiter Stillstand herrschen. Es bestehe vielmehr unverz\u00fcglicher Handlungsbedarf, wenn wir weiter unn\u00f6tige Zeit verlieren, wird Deutschland ganz schnell wieder zum &#8222;kranken Mann Europas&#8220;, so die Vorsitzenden der Verb\u00e4nde, Herr Arndt Krebs (Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie e.V.) und Herr Edgar Frank (Unternehmerschaft Rhein-Wupper e.V.). Es sollte der Politik mehr als peinlich sein, dass j\u00fcngst die EU-Kommission die Bundesrepublik wegen zu hoher Kosten bei der Energiewende kritisiert und eine \u00dcberpr\u00fcfung der Kosteneffizienz der energiepolitischen Instrumente anmahnt, stellten die beiden Vorsitzenden weiter fest. Einigkeit bestand zwischen Reul und den Unternehmervertretern auch \u00fcber ein zuk\u00fcnftiges Leitbild bei der Energiewende: Statt Subventionen wie bisher m\u00fcssen zuk\u00fcnftig vielmehr Angebot und Nachfrage z\u00e4hlen. Insgesamt m\u00fcsse die Tendenz sein: Mehr Markt, weniger Staat. Wie dies konkret aussehen kann, stellten die beiden Vorsitzenden dem Europaabgeordneten Reul in einer Handlungsempfehlung vor, die der Redaktion vorliegt und die im Wesentlichen folgende Kernpunkte enth\u00e4lt:<\/p>\n<ul>\n<li>Bildung eines Projektmanagements, das vom Kanzleramt autorisiert wird, einen Masterplan bzw. Leitbild zu einem Strommarkt zu entwickeln. Diesem Projektmanagement muss zugleich auch eine Steuerungsfunktion zwischen Bund und L\u00e4ndern \u00fcbertragen werden, insbesondere f\u00fcr die Einstellung eines notwendigen Netzentwicklungsplans.<\/li>\n<li>Einbindung der Energiewende in den europ\u00e4ischen Energiebinnenmarkt durch gemeinsame Formulierungen konsistenter, widerspruchsfreier energie- und klimapolitischer Ziele.<\/li>\n<li>Festlegung eines konkreten Ausstiegsszenarios bei den Subventionen.<\/li>\n<li>Eigenbeitrag der Politik durch steuerleiche Hilfen bzw. Anreizsysteme.<\/li>\n<li>Entwicklung eines Marktdesigns, das einerseits eine marktn\u00e4here Integration erneuerbarer Energien und ausreichender regelbarer Kapazit\u00e4ten gew\u00e4hrleistet sowie beide intelligent mit dem erforderlichen Netzausbau synchronisiert.<\/li>\n<li>Schaffung eines Verg\u00fctungssystems, das so auszurichten ist, dass sich Anlagebetreiber durch einen Wechsel von der Einspeiseverg\u00fctung in die Direktvermarktung besserstellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Allen Teilnehmern war klar, dass an einer konzertierten Aktion von Energieversorgern, Industrie und Staat kein Weg vorbeif\u00fchre und eine B\u00fcndelung der jeweiligen Know-Hows notwendig sei.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ganz entscheidend f\u00fcr ein Gelingen der Energiewende bei der Umsetzung wird sein, am Strommarkt die Flexibilit\u00e4t der Elemente zu steigern &#8211; seien es Importe, back-up-Infrastrukturen f\u00fcr strategische Reserven, Quoten-\/Marktpr\u00e4mien oder Auktionsmodelle und schlie\u00dflich Speicher und die Nachfrage, so die Verbandsvorsitzenden. Jetzt ist \u00f6konomischer Sachverstand und kein parteipolitischer Kleinkrieg notwendig. Die deutschen Politiker m\u00fcssen in Europa bei der Energiewende als &#8222;Heizer auf der Lok&#8220; und nicht als &#8222;Bremser&#8220; fungieren, gaben abschlie\u00dfend Krebs und Frank Herrn Reul mit auf den Weg nach Berlin.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Reul sicherte zu, dass er die Anregungen aus der Handlungsempfehlung weiterreichen wird, damit sie bei der Konzepterstellung zur dringend notwendigen Reform des EEG Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmer reden Klartext: &#8222;Belastungskosten bei den Energiekosten schon jetzt \u00fcberschritten, weitere Erh\u00f6hungen deshalb nicht verkraftbar.&#8220; Unternehmer \u00fcberreichen Reul Handlungsempfehlung. 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