{"id":341,"date":"2018-08-20T18:57:22","date_gmt":"2018-08-20T16:57:22","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=341"},"modified":"2018-08-21T10:24:23","modified_gmt":"2018-08-21T08:24:23","slug":"vom-energiegipfel-enttaeuscht","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=vom-energiegipfel-enttaeuscht","title":{"rendered":"Vom &#8222;Energiegipfel&#8220; entt\u00e4uscht"},"content":{"rendered":"<h3>Unternehmerverb\u00e4nde fordern von der Politik die Sicherstellung international wettbewerbsf\u00e4higer Strompreise<\/h3>\n<p class=\"bodytext\"><b>Steigende Strompreise gef\u00e4hrden internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen.<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Entt\u00e4uscht reagieren die Arbeitgeber der Region auf den &#8222;Energiegipfel&#8220;, der am 21.03. in Berlin ohne Ergebnisse geblieben ist. Das Scheitern der Verhandlungen und das weitere Verz\u00f6gern dringend notwendigen politischen Handelns ist ein fatales Signal an alle Stromverbraucher und gef\u00e4hrdet grob fahrl\u00e4ssig die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen. Die Unternehmerverb\u00e4nde Rhein-Wupper fordern die Politik zu einer raschen und grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) auf, statt nur z\u00f6gerlich an vereinzelten Stellschrauben zu drehen. Darauf machte Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Andreas Tressin heute in Leverkusen aufmerksam:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Die steigenden Strompreise machen nicht nur den privaten Haushalten zu schaffen, sondern immer mehr auch den Mitgliedsunternehmen der Unternehmerver\u00e4nde Rhein-Wupper.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dass der Strom in Deutschland schon in der Vergangenheit teuer war, das wissen die heimischen Unternehmen seit Jahren. So waren in Deutschland die Industriestrompreise in der Vergangenheit schon um rund 40 Prozent teurer als beispielsweise in Frankreich oder den Niederlanden und doppelt so hoch wie in den USA.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Allein die EEG-Umlage summiert sich bei einigen mittelst\u00e4ndischen Unternehmen auf Summen in f\u00fcnf-, sechs- oder sogar siebenstelliger H\u00f6he.<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Derzeit aber \u00fcberrollt die Unternehmen ein Kostentsunami in Gestalt der EEG-(Erneuerbare-Energien-Gesetz)Umlage, mit der bekanntlich die Mehrkosten, die durch die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien wie Sonnen- und Windkraft entstehen, auf die Konsumenten \u00fcberw\u00e4lzt werden. Diese EEG-Umlage, die in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, summiert sich bei unseren mittelst\u00e4ndischen Unternehmen mittlerweile auf Summen in sechs- oder sogar siebenstelliger H\u00f6he.&#8220;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Tressin konkretisiert die zus\u00e4tzlichen Kostenbelastungen an einigen Beispielen: &#8222;So betrug der EEG-Anteil bei\u00a0<b>Federal-Mogul<\/b>\u00a0in\u00a0<b>Burscheid<\/b>\u00a0im Jahr 2012 bereits 2,4 Millionen Euro und macht dabei 30 Prozent der gesamten Stromkosten aus. Die k\u00fcrzlich verabschiedete Steigerung auf 5,3 Cent je Kilowattstunde\/Strom erh\u00f6ht die Belastung in 2013 nochmal um 1,2 Millionen Euro auf nunmehr 3,6 Millionen Euro. Bei der\u00a0<b>TMD Friction GmbH \/ EsCo GmbH<\/b>\u00a0in\u00a0<b>Leverkusen<\/b>\u00a0steigt die EEG-Umlage von 3,27 Millionen (2012) auf 4,5 Millionen in 2013 und dies bei einer um ca. 6,3 % reduzierten Mengenabnahme. Insgesamt macht die Umlage bei TMD mittlerweile einen Anteil von 47,7 % des gesamten Strompreises aus. Die Firma\u00a0<b>Karl H\u00f6ll GmbH &amp; Co. KG<\/b>\u00a0mit Standorten in\u00a0<b>Langenfeld<\/b>\u00a0und Kirchheimbolanden (320 Besch\u00e4ftigte) muss Mehrkosten in 2013 von rund 245.000 Euro am Markt zus\u00e4tzlich erwirtschaften, weil die EEG-Umlage auf nunmehr 765.000 Euro anw\u00e4chst, der Anteil an den gesamten Stromkosten im \u00dcbrigen auf knapp 40 % bei der\u00a0<b>apt Hiller GmbH<\/b>\u00a0in\u00a0<b>Monheim<\/b>\u00a0steigt der Anteil um 500.000 Euro auf 1,55 Millionen Euro in 2013.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei der\u00a0<b>SKF Sealing Solutions GmbH<\/b>\u00a0in\u00a0<b>Opladen<\/b>\u00a0w\u00fcrde die Mehrbelastung 151.620 Euro und bei der\u00a0<b>Wilhelm Bertrams GmbH &amp; Co. KG<\/b>\u00a0in<b>\u00a0Leichlingen<\/b>\u00a0rund 45.000 Euro ausmachen. Dass solche Kosten die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Unternehmen bei dem permanent zunehmenden Preis- und Margendruch \u00fcberfordern, muss nicht besonders betont werden. Das Vertrauen in k\u00fcnftige Investitionen und damit in den Standort kann bei solchen Rahmenbedingungen ganz schnell schwinden&#8220;, bef\u00fcrchtet Tressin.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Ein zus\u00e4tzliches Problem besteht dar\u00fcber hinaus in der aktuell fehlenden Planungssicherheit \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung des Strompreises. Nach einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in K\u00f6ln m\u00fcsste z.B. die deutsche Metallbranche bei einem Anstieg um 2 Cent pro Kilowattstunde\/Strom zus\u00e4tzliche Kosten in H\u00f6he von 710 Millionen Euro pro Jahr tragen. F\u00fcr die Automobilindustrie w\u00e4ren es 326 Millionen Euro.&#8220;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&#8222;Das sind alamierende Signale. H\u00e4lt diese Tendenz an, ger\u00e4t unweigerlich die \u00fcbrige Wirtschaft in Mitleidenschaft, weil \u00fcberall enge Lieferbeziehungen und auch in Forschung und Entwicklung enge Verflechtungen bestehen. Dies gilt f\u00fcr unsere Region in besonderem Ma\u00dfe&#8220;, so der Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer: &#8222;Weiter steigende Energiekosten k\u00f6nnten schleichend zu einer Deindustrialisierung in unserer Region f\u00fchren, wenn die energieinternsiven Betriebe ins Ausland verlagern. Dies w\u00e4re fatal, weil die Region gerade das verarbeitende Gewerbe (z. B. Leverkusen mit einem Anteil von 38,5 % und Burscheid sogar 65 %) auch f\u00fcr die Zukunft als besondere St\u00e4rke bei der Gewichtung der Wirtschaftsstrukturen ausgemacht hat. Die Beispiele machen einmal mehr deutlich, dass die EEG-F\u00f6rderung ganz offensichtlich v\u00f6llig aus dem Ruder l\u00e4uft, weil sie letztlich alle \u00f6kologischen, sozialen und marktwirtschaftlichen Kriterien verfehlt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Schrittweise Absenkung der EEG-Umlage kurzfristig dringend notwendig.<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Was unsere Unternehmen dringend brauchen, ist die Sicherstellung international wettbewerbsf\u00e4higer Strompreise.&#8220; Kurzfristig h\u00e4lt Tressin hierf\u00fcr zun\u00e4chst einmal klar definierte &#8222;Drehzahlbegrenzer&#8220; f\u00fcr stromintensive Betriebe f\u00fcr unverzichtbar, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der betroffenen Unternehmen und die Attraktivit\u00e4t des Standortes nicht weiter zu verschlechtern: &#8222;So sollte der Staat die EEG-Umlage in einem ersten Schritt f\u00fcr die Unternehmen mit steigenden Stromkosten schrittweise absenken &#8211; ggf. bereits ab einem niedrigeren Stromkostenanteil an der Wertsch\u00f6pfung als bisher. Die derzeitige Gestaltung der Ausnahmeregelungen ist jedenfalls sachlich nicht zu begr\u00fcnden. So hat derzeit ein Unternehmen, dessen Stromkosten bei 13,9 % der Wertsch\u00f6pfung liegen, die volle EEG-Umlage zu tragen: bei 14,1 % wird hingegen ein Betrieb entlastet. Zugleich gilt es mehr denn je, f\u00fcr die Unternehmen vor allem Anreize zu schaffen am hiesigen Standort in Energieeffizienz zu investieren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Grundlegende Reform des EEG erforderlich.<\/b><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dringend notwendig aber bleibt letztlich eine grundlegende Reform des EEG, statt nur an einigen Stellschrauben zu drehen.&#8220; Bei der notwendigen Reform spricht sich Tressin f\u00fcr mehr Wettbewerb und weniger Subventionen auf dem Strommarkt aus. So w\u00fcrden sich unter Wettbewerbs- bzw. Effizienzkriterien am Markt zurzeit weder konventionelle Kraftwerke, noch Wind- und Photovoltaik-Anlagen rechnen. &#8222;Denn die erneuerbaren Energien dr\u00fccken den Preis an der Stromb\u00f6rse &#8211; und je niedriger dieser Preis, desto h\u00f6her ihre Refinanzierungsl\u00fccke. Bei einer marktwirtschaftlich ausgerichteten Energiepolitik muss Berlin vor allem ein H\u00f6chstma\u00df an Investitionssicherheit gew\u00e4hrleisten und zugleich den Investoren in erneuerbare Energien Anreize geben, ihre Produtionsst\u00e4rke an der Nachfrage auszurichten.&#8220; Weitere positive Effekte sieht Tressin in einer verst\u00e4rkten Integration des europ\u00e4ischen Strombinnenmarktes, weil dadurch zus\u00e4tzliche nutzbare Kapazit\u00e4ten auch f\u00fcr mehr Wettbewerb sorgen w\u00fcrden. Nur so k\u00f6nnen nach Auffassung Tressins die Kosten der Energiewende langfristig m\u00f6glichst niedrig gehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmerverb\u00e4nde fordern von der Politik die Sicherstellung international wettbewerbsf\u00e4higer Strompreise<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-341","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}