{"id":314,"date":"2018-08-20T17:04:36","date_gmt":"2018-08-20T15:04:36","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p115765.webspaceconfig.de\/?post_type=event_listing&#038;p=314"},"modified":"2018-08-21T10:35:58","modified_gmt":"2018-08-21T08:35:58","slug":"unverantwortlich-und-nicht-fair","status":"publish","type":"event_listing","link":"https:\/\/www.usability.world\/?event_listing=unverantwortlich-und-nicht-fair","title":{"rendered":"&#8222;Unverantwortlich und nicht fair&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"bodytext\">Tressin kritisiert die angek\u00fcndigten Warnstreiks der IG Metall K\u00f6ln-Leverkusen: \u201eGewerkschaft muss auf dem Teppich bleiben &#8211; die M+E-Industrie ist nun einmal nicht fl\u00e4chendeckend \u201aPorsche\u2018.\u201c<\/h3>\n<p class=\"bodytext\">Als \u201eunverantwortlich und einfach nicht fair\u201c bezeichnet Andreas Tressin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbands der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper e.V., die Ank\u00fcndigung der IG Metall K\u00f6ln\/Leverkusen von massiven Warnstreiks in den M+E-Unternehmen der Region.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eDie IG Metall vergibt die Chance, Verhandlungen in einer vern\u00fcnftigen und sachgerechten Atmosph\u00e4re fortzuf\u00fchren\u201c, sagte Andreas Tressin heute in Leverkusen. Die konstruktiven Ans\u00e4tze des L\u00f6sungsvorschlages der Metallarbeitgeber mit Warnstreiks zu beantworten sei eine unn\u00f6tige Versch\u00e4rfung der laufenden Tarifrunde und eine entt\u00e4uschende Reaktion der Gewerkschaft: \u201eWer bereits seit Wochen vor der ersten Verhandlung Warnstreiks plant, der hat keinen wirklich schnellen Einigungswillen. Es dr\u00e4ngt sich vielmehr der Verdacht auf, dass die IG Metall ihre Kampagne in der Mitbestimmung bei der Leiharbeit vielmehr durchziehen will, um mehr Mitglieder zu werben. Es w\u00e4re schade, wenn die IG Metall in dieser Runde die bereits eingeschlagenen Pfade der dialogorientierten Tarifpartnerschaft wieder verl\u00e4sst bzw. fahrl\u00e4ssig aufs Spiel setzt.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Man k\u00f6nne nur an den Realit\u00e4tssinn der IG Metall appellieren und dabei darauf aufmerksam machen, dass \u201eWarnstreiks nun \u00fcberhaupt nicht zielf\u00fchrend sind und zu Kollateralsch\u00e4den in den Mitgliedsunternehmen f\u00fchren\u201c, so Tressin: \u201eWarnstreiks st\u00f6ren die Produktionsabl\u00e4ufe und beeintr\u00e4chtigten vor allem die internationalen Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Angesichts der nach wie vor ungewissen wirtschaftlichen Entwicklung haben ausl\u00e4ndische Gesch\u00e4ftspartner \u00fcberhaupt kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr hausgemachte St\u00f6rungen in den Lieferketten.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Arbeitgeber hatten in der letzten Verhandlungsrunde ein Lohnplus von 3 Prozent angeboten. \u201eDas ist mehr als ein faires Angebot an die Arbeitnehmer &#8211; nicht nur, weil es schon jetzt h\u00f6her liegt als der letzte Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie mit den 2,7 % in 2011, sondern weil den Besch\u00e4ftigten in unserer Industrie erneut eine Steigerung der Realeinkommen zugesichert wird\u201c, so Andreas Tressin: \u201eDer Verhandlungsspielraum ist weitgehend ausgesch\u00f6pft. Schon jetzt liegen die durchschnittlichen L\u00f6hne und Geh\u00e4lter in der M+E-Industrie mit 44.000 Euro pro Jahr auf einer Spitzenposition. W\u00e4hrend die gesamtwirtschaftliche Produktivit\u00e4t und die Inflationsrate seit 2008 nur um 6,9 Prozent zugelegt haben, sind die Tarifentgelte im gleichen Zeitraum um 9 Prozent erh\u00f6ht worden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Arbeitskosten liegen im internationalen Vergleich auf Spitzenniveau. Es gibt also weder etwas nachzuholen noch umzuverteilen \u2013 deshalb muss die Gewerkschaft auf dem Teppich bleiben.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eDie IG Metall sei auch daran erinnert, dass die Tarifparteien einen Fl\u00e4chentarifvertrag abschlie\u00dfen und damit Arbeitsbedingungen zu vereinbaren haben, die f\u00fcr die\u00a0<i>gesamte<\/i>Branche der Metall- und Elektroindustrie vertretbar sind, und da liegen wir bei 3 Prozent an der Kante. Die Metall- und Elektroindustrie ist nun einmal nicht fl\u00e4chendeckend \u201ePorsche\u201c. Wenn die IG Metall in dieser Tarifrunde auf der Forderungsseite weiter so auf dem Gaspedal steht, wird sie schon in ihrer Vorzeigebranche \u2013 der Automobilindustrie \u2013 aus der Kurve fliegen, denn die kriselnden \u201eOpel\u201c und \u201eFord\u201c k\u00f6nnen schon jetzt nicht mehr mithalten; so musste bei Ford zur Vermeidung von betriebsbedingten K\u00fcndigungen die Kurzarbeit bereits als Airbag herhalten. Nun ist es an der IG Metall, sich inhaltlich und nicht nur auf der Stra\u00dfe zu bewegen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer bef\u00fcrchtet eine ganz schwere Tarifrunde, da die IG Metall das Thema Geld kompromisslos mit zus\u00e4tzlichen Forderungen verkn\u00fcpfe, die die Arbeitgeber ganz einfach nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen, weil sie unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und damit nicht akzeptabel seien:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eBei der Forderung nach mehr Mitsprache der Betriebsr\u00e4te beim Einsatz von Leiharbeit gibt es ganz einfach keinen Verhandlungsspielraum, nicht nur weil die IG Metall hier etwa juristisch nicht Regelbares fordert, sondern das Betriebsverfassungsgesetz die Interessen sowohl der Stammkr\u00e4fte als auch der Leiharbeitnehmer ausreichend ber\u00fccksichtigt. Ob und welche Arbeitskr\u00e4fte der Unternehmer einsetzt, muss er entscheiden d\u00fcrfen, ebenso muss er vorl\u00e4ufige Ma\u00dfnahmen treffen d\u00fcrfen, wenn sich der Betriebsrat mit der Gesch\u00e4ftsleitung nicht einigt. Wer diese Grundprinzipien des miteinander Umgehens nicht akzeptieren will, der ignoriert nicht nur alle arbeitsrechtlichen Regeln, sondern auch die verfassungsrechtliche Grundordnung, weil dem Unternehmer letztlich unverantwortlich alle Risiken aufgeb\u00fcrdet werden, die bei einer fehlenden Auslastung der Betriebe entstehen; bei noch mehr Mitsprache der Betriebsr\u00e4te ist dann ganz einfach die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit bzw. der Spannungsbogen einseitig zu Lasten der Unternehmen \u00fcberzogen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei der verlangten unbefristeten \u00dcbernahme aller Ausgebildeten sieht Tressin keinen Spielraum. Dies w\u00fcrde nur dazu f\u00fchren, dass die Betriebe ihre Ausbildungsprogramme zur\u00fcckfahren:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eNicht jeder Unternehmer hat die Neigung, k\u00fcnftig mit dem Betriebsrat \u00fcber jeden einzelnen Auszubildenden zu verhandeln, der nicht \u00fcbernommen werden kann. Es w\u00fcrden in der Folge weniger Ausbildungspl\u00e4tze angeboten, denn kein Betrieb kann drei Jahre im Voraus seinen Bedarf genau beziffern. Die IG Metall erweist den jungen Leuten, die sie so gerne anwerben will, einen B\u00e4rendienst&#8220;, so Tressin.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Arbeitgeber seien aber bereit, gemeinsam mit der IG Metall schw\u00e4chere Jugendliche zu f\u00f6rdern, um sie ausbildungsreif zu machen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Oberstes Ziel dieser Tarifrunde muss nach Auffassung von Tressin nach wie vor die St\u00e4rkung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen und damit die Sicherung der Besch\u00e4ftigung sein. Daf\u00fcr ist und bleibt die Ausweitung der innerbetrieblichen Flexibilit\u00e4t unabdingbare Voraussetzung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tressin kritisiert die angek\u00fcndigten Warnstreiks der IG Metall K\u00f6ln-Leverkusen: \u201eGewerkschaft muss auf dem Teppich bleiben &#8211; die M+E-Industrie ist nun einmal nicht fl\u00e4chendeckend \u201aPorsche\u2018.\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","event_listing_category":[8],"class_list":["post-314","event_listing","type-event_listing","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing\/314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/event_listing"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/event_listing"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_listing_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.usability.world\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fevent_listing_category&post=314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}